278 Dritter Theil. Biologie und Psychologie des Verbrechers.
Viele Verbrecher wiederum, besonders Diebe, besitzeneine ausserordentliche Beweglichkeit. Das war namentlichder Fall bei Cocehini, Pietrotto, Rossignol, Villella,Rossotti. Letzterer entsprang nicht allein aus dem Gefäng-niss, sondern beförderte sogar an demselben Tage die Ent-weichung seiner Geliebten. Diese Beweglichkeit ähnelt wirklichder der Affen. Maria Perino erkletterte die gefährlichstenBäume, schwang sich von da auf die Dächer, drang in dieHäuser ein und entzog sich derart monatelang den Nach-forschungen der Polizei (Archivio di Psichiatr. etc. II). Mankönnte meinen, das sei ein Rest der Beweglichkeit des Kindesund des Wilden.
Bei 241 Verbrechern habe ich indes eine Druckkraftvon 30 kg und eine Zugkraft von 110 kg (mit dem Broca-schen Dynamometer) gefunden, d. h. bedeutend geringere Kräfteals bei Gesunden, höher jedoch als bei Irren. Währendnämlich
52 gesunde Männer................... 168 kg Zugkraft geben,
zeigten 20 Strassendiebe .... 31,8 kg Druckkraft, 114 „
Mörder.........31,9 „ „ 114 „
Brandstifter.....32,0 „ „ 84 „
Diebe ...........28,0 „ „ 104 „
Fälscher........29,0 „ „ 114 „
Stupratoren.....33,0 „ „ 109 „
Käuber.........33,0 „ „ 103 „
Diese Uebersicht zeigt nicht nur, dass Leute, welche diegrösste Druckkraft besitzen, nicht in demselben Maasse zug-kräftig sind, sondern auch, dass der Dieb in beiderlei Beziehun-gen am schwächsten ist.
Die höchste Zugkraft besitzen die Mörder, Strassendiebeund Fälscher, die geringste die Brandstifter, Stupratoren undRäuber; — die höchste Druckkraft die soeben genannten, diegeringste die Diebe und Fälscher. Mörder und Strassendiebeunterscheiden sich weniger voneinander.
Wichtiger als diese Daten ist aber die Thatsache, dassbei den Verbrechern die Linke im Durchschnitt kräftigerentwickelt erscheint als bei den Normalen. Es fanden sich