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1 (1894)
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275
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Zweites Kapitel. 275

Abgesehen von 3 Erzverbrechern mit hochgradigsterStumpfheit des Tastgefühles (rechts 10, 18, 16 mm, links 10,23, 32 mm), fand sich für den Zeigefinger 2,94, für die Zunge1,7, während bei 27 Normalen das arithmetische Mittel 1,7an der Hand und 1 mm an der Zunge ergab.

Fast dasselbe Verhältniss fand ich bei den Irren, nämlich3,0 bei 30 Epileptischen, 2,4 bei 24 Alkoholikern und 2,5bis 2,3 bei 30 Dementen. Eirie sehr bemerkenswerte That-sache, die aus diesen Untersuchungen hervorgeht, ist, wasich linksseitige Empfindlichkeit (Mancinismus) nennenmöchte. Denn während bei 29% der Normalen linkerseitsund bei 18% rechterseits Stumpfheit bemerkt wird, ist ersteresbei 28% der Verbrecher auf der Linken, dagegen 36% aufder Rechten der Fall und dabei sind die 3 Erzverbrecher,bei denen die Abstumpfung in noch weit höherem Maasse sichvorfindet, nicht eingerechnet.

Bei den Dieben und Betrügern verhält sich das Tast-gefühl fast ganz gleich wie bei den Normalen; dagegen ist dieAbstumpfung im hohen Grade bei den Mördern und Rauf-bolden vorhanden.

5. Sehkraft. Dr. Bono fand unter 221 jungenVerbrechern 6,6% Farbenblinde (Dalton), d. h. mehr alsnoch einmal so viele, als bei 800 Studenten, wo nur 3,09%,und bei 590 Handwerkern, wo 3,89 % vorkamen. AuchHolmgren hat unter 321 Verbrechern 5,60% Farbenblindegefunden, während 32000 Normale ihm kaum 3,25% ergebenhatten. [Ueber Farbenblindheit in Schweden. 1878.) Biliakof(s. Kowalewski: Archiv etc. 1884) will unter 100 russischenMördern 5 % Farbenblinde und 28 °/o partiell Farbenblinde(Dyschromatie) gefunden haben, während das russische Volkim ganzen nur 4,6% aufweise.

Die Sache ist allerdings von hoher Bedeutung, seitdemSchmitz nachgewiesen hat, dass 55 % aller Farbenblinden sehrschweren Nervenkrankheiten, als Epilepsie, Chorea u. s. w.ausgesetzt sind.

Biliakof behauptet ferner, dass die Gesichtsschärfe bei

Mördern geringer sei als bei Normalen. Unter seinen 100

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