Drittes Kapitel. Moralisches Irresein und Verbrechen bei Kindern. 125
1. Jugendliche Verbrecher. — Bei 79 in einerBesserungsanstalt untergebrachten Minderjährigen, worunter40 Diebe, 27 Faullenzer oder Landstreicher, 7 Mörder, 3 ohne
Angabe, fanden wir folgende
Anomalien, die wir nach dei
Reihenfolge ihrer Häufigkeit aufführe
n:
30 mal abstehende Ohren.
3
mal
[ flache Stirn mit vorragen
21 ,
kleine und niedrige Stirn.
dem Orbitalrande des Stirn-
19 „
Plagiozephalie.
beins.
16 „
vorragende Jochbögen.
2
»
Spuren von Verletzungen
15 „
Leistenform, der Schädel-
am Kopfe.
nähte.
2
»
Ultrabrachykephalie.
14 „
grosse Unterkiefer.
2
n
unförmlicher Mund.
14 „
Asymmetrie des Gesichts.
2
»
Prognathismus.
10 „■
Flaum auf der Stirn.
2
n
rechtsgekrümmte Nase.
10 „
kretinenhaftes Gesicht.
2
»
zurücktretendes Kinn.
9 „
Kropf.
2
»
düsterer Blick.
9 „
unförmliche Nase.
2
n
Herzfehler.
8 „
kleine und ausdruckslose
2
»
Skrophulose.
Augen.
2
»
Persistenz der (Stirn-)
7 „
vorragende Stirnhöhlen.
Kreuznaht.
6 „
Hydrokephalie.
1
»
Platykephalie.
5 „
Schrägheit der Ohren.
1
M
Oxykephalie.
5 „
Schielen.
1
»
vorzeitiges Grauwerden
5 „
Entwickelungsstillstand.
des Haares.
4 „
sehr dichtes Haar.
1
n
voluminöses Gewicht.
4 „
vorzeitige Reife des Ge-sichtsausdrucks.
1
n
übereinander gedrängteZähne.
4 „
Ultradolichokephalie.
1
7)
Glotzauge.
3 „
voluminöse und lange
1
n
Nystagmus.
Ohren.
1
»
ungleiche Pupillen.
Körperlich normal waren nur 7 (also 8,86 Proc), wovoneiner vielleicht gar nicht als Verbrecher anzusehen ist, sondernals ein Opfer seiner Eltern, die ihn in die Besserungsanstaltschickten, weil er nicht lernen wollte; einer war der fahrlässigenTödtung schuldig; zwei Diebe, wovon einer Epileptiker; 2Faullenzer und 3 Landstreicher.
Bei 47 waren 3 oder mehrere krankhafte Erscheinungenverbunden, so dass sie sich dem echten Verbrechertypusnäherten. Darunter waren 27 Diebe, also 67 Procent der auf40 sich belaufenden Gesamtzahl der Diebe. Bei diesen fand