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1 (1894)
Entstehung
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124
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124 Erster Theil. Uranfang des Verbrechens.

der schlaueste Vorbedacht vorhanden. Wenn es sich nichtum ein kindliches Subjekt handelte, wer hätte daran gezweifelt,dass man es mit einer Verbrecherin und nickt mit einer Geistes-kranken zu thun habe? Nur etwas mehr Muskelkraft, mehrEnergie in den Trieben, und man hätte eine der schauerlichstenFormen der sogenannten impulsiven und räsonnirenden Manien,bei völlig ungetrübtem Verstände, vor sich gehabt.

23. In der That berichten Tamburini und Seppilli überein Individuum dieser Art, bei welchem zu dem bösen Willenauch die Kraft hinzutrat. (Bivista di Freniatria. II. III. 1882)Sbrocco, Enkel und Sohn von Mördern und Stupratoren,mit asymmetrischem Schädel und vollkommener Analgesie, ver-giftete seinen Vater, um sich Geld verschaffen und sich dengeschlechtlichen Genüssen hingeben zu können, zu welchener vorzeitig neigte. Er plante die Ermordung einer Frau, dieihn angezeigt hatte, und tödtete seinen Bruder. Alles diesvollzog er mit einer unglaublichen Geschicklichkeit, wie nament-lich aus seinen autobiographischen Notizen erhellt. Er litt anMoral insanity.

Der Einwand, es handle sich hier nicht um Verbrechen,sondern um Geisteskrankheit, ist nicht stichhaltig. Hätte manes mit Erwachsenen zu thun, so hätte man keinen Anstandgenommen, die betreffenden Subjekte für echte Verbrecher zuerklären. Jedenfalls beweisen diese Fälle, dass ein Unterschiedzwischen Moral insanity und Verbrechen in den ersten An-fängen dieser Zustände gar nicht zu begründen ist.

III.

Anthropometrie. Statistik.

Die wenigen vereinzelten Geschichten würden indessennicht genügen, um bei den Kindern das Vorkommen einerähnlichen Kriminalität wie bei Erwachsenen darzuthun. Wirhaben unsere Untersuchungen durch Studien in den Besserungs-anstalten und Asylen vervollständigen wollen, um zu ermitteln,ob bei den jugendlichen Verbrechern diejenigen körperlichen Ano-malien vorkämen, die wir bei den Erwachsenen kennen gelernt.