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1 (1894)
Entstehung
Seite
80
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80 Erster Theil. Uranfang des Verbrechens.

"Wir haben gesehen, dass im Gesetzbuch des Manu derBramme nur eine leichte Strafe bekommt, wenn er einenSudra tödtet, während die Tödtung eines Braminen dasgrösste Verbrechen ist. Dort steht auch geschrieben (Buch I. 99):Der Bramine hat den ersten Platz auf Erden, er ist höchster

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Herrscher aller "Wesen. "Was die "Welt einschliesst, ist Eigen-thum des Braminen" und weiter:Gelehrt oder unwissend istder Bramine eine mächtige Gottheit." (cap. IX. 3171.) DerKönig soll dem Unterthan siedendes Oel in Mund und Ohrgiessen lassen, der die Frechheit hat, den Braminen betreffsihrer Pflichten Rath zu ertheilen. Der König hüte sich, einenBraminen zu tödten, sollte er auch alle möglichen Verbrechenbegangen haben, er verbanne ihn aus dem Reich, lasse ihmaber alle seine Güter, er thue ihm aber nicht das Geringstezu Leide."

Ein Bramine der das ganze Righ-veda kennt, wäre nichtschandbefleckt, auch wenn er alle Bewohner der drei Weltengetödtet oder Speise vom geringsten Mann angenommen hätte."

Im Mittelalter: Unde laici decollantur, inde clerici degra-dentur. Unde laici detruncantur, ibi clerici ab offico degraden-tur. (Peutz: Leg. H. 30, Bar: Deutsches Straft: 1882.)

In der etruskischen, druidischen, indischen, ägyptischen,jüdischen Theokratie war Verbrechen die Verfehlung gegen dieGottheit, und die priesterliche Handlung trat an die Stelle derprivaten und gesellschaftlichen.

DasTabu", der angebliche "Wille der Götter, den diePriester Oceaniens dem Volk übermitteln, nahm eine be-deutende Entwickelung, als diese begriffen, welchen Nutzensie daraus ziehen konnten, wenn sie ihn mit fürchterlicherStrenge beobachten Hessen. Sie wissen das Geheimniss derVerstösse gegen dasTabu" mit seltener Schlauheit her-auszubringen und bestrafen den Uebertreter beinahe immer imgeheimen mit dem Strick,. mit Gift, mit Sturz in den Ab-grund, auch wenn er nur aus Unwissenheit fehlte, oder nurim Verdacht des Frevels stand. (Radiguet, S. 159.)

Der Ehrgeiz und die Rachsucht der Despoten, die Ränkeder Priester, die sich mit der blinden Furcht des Pöbels und