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1 (1894)
Entstehung
Seite
68
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68 Erster Theil. Uranfang des Verbrechens.

(in der Mitte des XVI. Jahrh.) einen Häuptling sich rühmen,mehr als 500 Feinde gefressen zu nahen.

f) Kannibalismus aus Gefrässigkeit oder Fein-schmecke rei. Der Kannibalismus ist unter den Bewohnernder Fidschi-Inseln eine uralte Gewohnheit. Wollen sie einRagout als höchst gelungen preisen, so sagen sie:Er ist weichwie ein todter Mensch." Sie verschmähen das Fleisch derWeissen, ziehen das Fleisch eines Weibes dem eines Mannesvor und halten den Vorderarm und den Oberschenkel für dieschmackhaftesten Stücke. Das Menschenfleisch gilt ihnen alseine so werthvolle Delikatesse, dass es nur den Männern vor-behalten bleibt, indem sie die Weiber für unwürdig halten,davon zu essen. Zuweilen braten sie die Sklaven lebendig undessen sie dann sogleich, während sie in anderen Fällen dieKörper bis zur vorgeschrittenen Verwesung aufzubewahrenpflegen. Noch 1854 sahen Seemann und Pritchard inMbau (Hauptstadt der Viti-Inseln) Menschenfleisch auf demMarkte feilhalten.

Unter den Eingeborenen Neukaledoniens gab die Giernach Menschenfleisch eine der häufigsten Kriegsursachen ab.Der Krieg endete, sobald mit dem Tode einiger Menschender Zweck erreicht war. Für die Nenkaledonier war dasMenschenfleisch eine Leckerei und sie assen es aus Fein-schmeckerei.

Einige Häuptlinge erlaubten sich auch, im Familienkreiseeinen ihrer Unterthanen zu verspeisen, und manchmal Hessensie Stücke einsalzen, um immer ein Gericht Fleisch im Vor-rath zu haben. Die öffentliche Meinung urtheilte nicht etwaungünstig über diese fürstlichen Mahlzeiten, sondern hielt siesogar für äusserst rationell. Nach einem glücklichen Treffenbeeilten sich die neukaledonischen Häuptlinge, die sich vommenschlichen Wildpret den Löwenantheil vorbehalten hatten,Stücke davon ihren unzuverlässigen Freunden zuzusenden, umsich ihrer Bundesgenossenschaft zu versichern.

In Neuseeland zogen die Eingeborenen Hunderte vonMeilen nach dem Innern in den Krieg und zwar nur aus demGrunde, um sich an Menschenfleisch satt zu essen und um