50 Erster Theil. Uranfang des Verbrechens.
Mutter der von den kleinen Frauen geborenen Kinder an-gesehen wird. Und von der Vielmännerei bestellt noch einRest in dem Gesetze des Manu, das dem kinderlosen Weibeden Beischlaf mit ihrem Schwager vorschreibt.
Ein ähnliches Ueberbleibsel stellt auch das Levirat dar,wie es bei den Juden, den Mexikanern, den Afghanen und denTschippeväs gebräuchlich war und das in der Schwäche des Weibesund darin begründet ist, dass das Weib als Sache angesehen wird.
Eine Sitte, die ebenfalls in der ursprünglichen Promiskuitätihre Quelle hat, ist ferner der Respekt, der bei manchenVölkern den Prostituirten gezollt wurde. So kamen z. B.die öffentlichen Dirnen in Japan nach abgelaufener Dienst-zeit leicht an den Mann; und in Indien wurde der Begründerdes Buddhismus in Vesali von der obersten Hure der Stadtempfangen. (Spier : Life in Ancient India. XXVIII.) — DieDeikterien der Griechen besassen das Asylrecht.
So erklärt sich auch die Geringschätzung des Weibes beimuncivilisirten Mann, die Leichtigkeit, mit der er dasselbe ver-lässt, die Verachtung, mit der er es behandelt.
Die Ehen werden in Abessinien sehr leicht geschlossenund gelöst.
Der Australier, sagt Hovelaque, verzichtet auf seine Fraufür eine Pfeife, für ein Glas Eum, für Brot.
Der Samojede belegt seine Rennthiere mit einem Namen,nicht aber seine Frauen.
Bei vielen uncivilisirten Volksstämmen, in Neukaledonien,in Senegambien, in Tahiti, bei den Rothhäuten der Hudsons-bay dürfen die Frauen nicht mit ihren Männern an einemTische essen.
IL
Tödtung. 1
1. Fruchtabtreibung. — Die übermässige Vermehrungder Bevölkerung im Vergleich zu den Ernährungsmitteln
1 Ferri: Omicidio. — Letourneau : Sociologie S. 145 und S. 132 ff.Ploss: Bas Weib. 1884.