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1 (1894)
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44
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44 Erster Theil. Uranfang des Verbrechens.

Herodot sagt, dass mit Ausnahme der Griechen undder Aegypter alle Menschen zu jener Zeit sich in den Tem-peln mit dem anderen Geschlechte vermischten. (II. 64.)

In Chaldäa musste sich jede Frau einmal jährlich imTempel der Venus Mylitta mit einem Fremden prostituirenund musste so lange dort verweilen (die hässlichen wartetenjahrelang), his sich Jemand fand, der sich mit ihr einlassenwollte und das heilige Geld hergah. (Herodot, I. 199.)

Dasselbe geschah in Armenien zum Ruhme der GöttinAnais, und in Phönicien der Göttin Astarte zu Ehren, unddies dauerte his zum IV. Jahrhundert. Dass diese Sitteauch von Juden angenommen worden sei, darauf deuten dieWörter Kadessa = Heilige und Hure, und Kadeschud ==Bordell und Sakristei.

Die Kosten für die Errichtung der Pyramide von Cheopswurden zu einem grossen Teile durch den Ertrag der Prostitu-tion der Königstöchter bestritten. Letztere bauten auch einePyramide auf eigene Rechnung, indem sie ihre Buhlen einenStein für jede Umarmung herbeischaffen Hessen, (Herodot,IL 126.)

Auf der Insel Cypern verkauften sich die Mädchen denFremden am Seeufer, und das eingenommene Geld wurde ineine gemeinsame Kasse niedergelegt, aus welcher die Mädchenihre Mitgift erhielten. Und auch diese Sitte galt als eineheilige, indem die Mädchen in Cypern, der Sage zufolge, dazugezwungen worden wären durch die Göttin, welche die wider-willigen in Steine verwandelte. (Düfour: Histoire de la Prosti-tution. 1836.)

. In Lydien waren die heiligen Dirnen so zahlreich undwohlhabend, dass sie zur Errichtung des Mausoleum vonHalyattes mehr beitrugen, als die Kunstler und Kaufleute zu-sammengenommen. (Herodot, I. 93.) In Armenien (Strabo,XII.) war die Vielmännerei ein Vorrecht der Priesterinnen, undin Medien stand eine Frau in hohem Ansehen, wenn sie fünfMänner hatte.

Auch heutzutage werden Prostituirte massenhaft in denindischen Tempeln zugelassen, für die sie ihre Arbeit thun.