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1 (1894)
Entstehung
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38
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38 Erster Theil. Uranfang des Verbrechens.

hatten einen Gott der Verwandtenmörder und einen Gott derKindermörder.

Auch verehrte man in Griechenland und in Rom eineVenus divaricatrix, eine Peribasia (in Argos), eine Kallipyge,eine Cullatrix und Luhrica (welcher goldene Phalli geopfertwurden) und eine Ca9tina, die Venus der Sodomiten. 1

I.

Verbrechen der Unzucht.

1. Scham. Schon die oben angeführtenThatsachen thunzur Genüge dar, wie wenig bei den Wilden und den Völkerndes Alterthums das Schamgefühl entwickelt war. Ja, dasWort pudor soll nach Maezolo von putere = stinken ab-stammen. Danach schiene es, dass das Schamgefühl zunächstbeim Weibe entstand und sich auf die Verdeckung der übel-riechenden Ausdünstungen des zersetzten Vaginalsekrets bezog.

Beim Urmenschen ist aber die Körperblösse die Regel.

Bei den Matutas (Cameron: Africa equatorial. 1870)tragen die Weiber eine Schürze, welche die Geschlechtstheileunbedeckt lässt; ebenso die Männer auf den Neu-Hebriden.Die Eskimos entblössen sich vollständig in ihren Hütten, worinsie dicht zusammengedrängt sitzen. (Bove.)

Auf Tahiti sah Cook einen erwachsenen Eingeborenenöffentlich den Beischlaf üben mit einem elfjährigen Mädchen,welchem die Königin besondere Anweisungen darüber ertheilte.[The first journey. V.)

Der Anblick des Beischlafs hatte für viele Völker desAlterthums nichts Anstössiges. Die Bewohner des Kaukasus,die Ausier in Afrika und die Inder übten wie die Thiere ganzunbekümmert den Coitus in fremder Gegenwart. (Herodot, I.305, III. 301.) Auch die Tyrrhener benahmen sich zuweilenauf diese Weise bei ihren Festgelagen. 2

1 Castor, aus Astaroth gebildet, wurde weiblich gedacht, weshalbnur die Römerinnen und nicht die Männer mecastor schwuren.* Athenakus, Deipnosoph. XII. 255.