Zweites Kapitel. Verbrechen und Prostitution bei Wilden. 37
Im Sanskrit heisst kschi — vernichten, tödten, ver-wüsten, besitzen; ska — sJci, W = wohnen, wohnhaftmachen; und s/ca=beleidigen, vernichten; ski = stehlen.
(VANICEK, IL; BöTTLINGK.)
Im Koptischen heisst amahi— entwenden, jagen, be-sitzen; wjoom — fischen, am Strande j agen, mit Gewaltnehmen, weilen.
Im Hebräischen heisst jaras — nahm, trieb fort, be-sass; bazan und akas = entriss, raubte, besass. — ImPeruvianischen (Tschudi a.a.O.) heisst coraw —jagte, be-kriegte, besass. — In der Tahitisprache heisst tao =Lanze, Besitz; cftamjji = Held, Dieb.
Sanskrit gut — siegen und essen — wie dies dieSilbe der Negritosstämme in Ostindien war — erinnert andas tahitaner pau = besiegt werden, gegessen werden,weist darauf hin, welch andern Zweck man mit dem Tödtenverband. Ebenso deutet das ga-wisclita = Schlacht undAufsuchen von Kühen auf den Zweck der damaligen Kriege.
Das griechische neigdoo (woher das Wort Firat) heisstwagen. Das lateinische /«r=Dieb (nach Vanicbk von 6a/tr =tragen), sowie das hebräische ganaiv und das sanskritische sten= hängen mit beiseite legen, verstecken, bedecken(gonaiv) zusammen. Auch das griechische xXimeiv heisstverstecken und stehlen, klemmen (studentisch); es solleinerseits vom sanskritischen harp — Map abstammen, welchesdie gleichen Bedeutungen hat.
Das deutsche stehlen heisst etymologisch ebenfalls ver-stecken, und das schwedische stiäla, welches ursprünglich inder Bedeutung von verstecken gebraucht wurde, heisst heut-zutage stehlen. Das lateinische latro (-onis) kommt vonüafere= verborgen sein; dies bezieht sich jedoch auf dassich verstecken der Räuber im Hinterhalte.
Die Mythologie, diese vorhistorische Wissenschaft, zeigtuns sogar die Vergötterung des Verbrechens.
Auf den Eidschi-Inseln giebt es einen Gott der Ehebrecher(Tumanbanga) und einen Gott der Mörder (JRawurawu.) Lavernawar bei den Römern die Göttin der Diebe. — Die Peruaner