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1 (1894)
Entstehung
Seite
27
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Erstes Kapitel. Dag Verbrechen und die niederen Organismen. 27

17. Diese zweite Reihe von Handlungen nähert sichoffenbar schon viel mehr denjenigen, die der KulturmenschVerbrechen nennt, insofern als hier die Individualität desThäters in offenem Gegensatze steht zu den allgemeineren an-geborenen oder erworbenen Gewohnheiten der Art, und insofernals die Handlung zum Schaden der Art und des Individuumsselber gereicht, wie z. B. die gewaltthätigen Racheakte derAmeisen an den Aphiden und an ihren eigenen Gefährtinnen,die Tödtung des Weibchens und der Jungen, die Sodomie.

Bedenkt man wie Ferri ganz richtig bemerkt, dassz. B. von hundert Hunden oder Elephanten nur einer oderzwei streitsüchtig, unbändig, schlecht sind, und dass die Anti-pathie nur von diesen paar Individuen und nicht von allenMitgliedern der Art ausgeht, dass von hundert Katzen- oderHasenweibchen nur sehr wenige ihre Jungen vernachlässigenoder tödten, und so auch in den übrigen Fällen, so muss manwohl anerkennen, dass diese sittliche Verkehrtheit nur eine reinpersönliche Tendenz der schlechten Individuen darstellt undallen anderen Wesen derselben Art fremd ist.

Auch die Form der Verbrechen steht der von Menschenbegangenen sehr nahe. So der Vorbedacht mit Hinterhalt(bei diebischen Hunden, Affen), die angeborene oder aucherworbene, aber später fortgepflanzte Neigung zum Diebstahl,die bei der Straflosigkeit sich weiter verbreitet und mit derBildung von Verbrecherverbindungen den Charakter des Ge-wohnheitsverbrechens annimmt und die erste Andeutung desRäuberwesens darstellt; dann umgekehrt der Ungestüm anderer,durch heftige Affekte oder Leidenschaften, wie Zorn, Ehrgeiz,Antipathie u. dgl. hervorgerufener Akte.

Am interessantesten ist aber die Analogie der ursächlichenMomente, die im ganzen und grossen auch in der Thierweltdieselben sind wie unter den Menschen. Bei beiden sind esdie Rache, die Liebe, die Uebervölkerung, der Genuss berau-schender Substanzen, der animalischen Kost und die Vererbung,welche als die häufigsten Ursachen des Verbrechens erkanntwerden.

Von besonderer Wichtigkeit sind ferner die Fälle, wo