28 Erster Theil. Uranfang des Verbrechens.
Irresein und Verbrechen wie beim Menschen untrennbar ver-schmelzen, indem man verbrecherische Neigungen entwederplötzlich nach gewissen Krankheiten oder im Puerperium, imGreisenalter auftreten, oder von Geburt an bestehen sieht, be-dingt durch die Erblichkeit und besonders durch die fehler-hafte Schädelbildung, welche die häufigste Ursache für ange-borenes verbrecherisches Verhalten abgiebt (Frontal mikrokephalieder Pferde). Man hat es auch hier mit einer unmotivirtenund zum Charakter der anderen Individuen derselben Art inschroffem Gegensatze stehenden Perversität zu thun.
18. Meteorische Einflüsse. — Portgesetzte Beob-achtungen geben vielleicht noch Aufschluss über anderweiteAnalogien. So soll z. B. die Abhängigkeit von meteorologischenEinflüssen, dier eine so grosse Rolle bei den Verbrechen derMenschen spielt, in der That sich geltend machen. Man willnämlich beobachtet haben (in Amerika), dass Thiere derselbenoder verwandten Art viel blutgieriger in der heissen Zone, alsunter gemässigteren Himmelstrichen (Rousse, a. a. 0.) seien;umgekehrt wären die Löwen des Atlasgebirges viel sanfter,als die der "Wüste. Auch ist bekannt, dass die Ochsen beisehr starker Sommerhitze, besonders beim Herannahen einesGewitters, von wahren "Wuthanfällen ergriffen werden, wobeisie sich gegen die Menschen und gegen die Bäume werfen,bis ein tüchtiger Regenguss sie beruhigt.
19. Widerwille gegen Neuerungen. — "Wie wir esspäter bei den barbarischen Völkern sehen werden, so giebt auchbei intelligenten Thieren eine Veranlassung zu Verbrechen derHass gegen alle Neuerungen ab, indem jede solche sie über-rascht und erschreckt und von ihnen wahrscheinlich als einepersönliche Beleidigung, vielleicht gar als ein Verbrechen an-gesehen wird. Brbt Harte hebt treffend hervor, dass dieHunde oft einen echt konservativen Fanatismus zeigen undauf die Eisenbahnen, das Gaslicht, die Musik u. dgl. losbellen,wenn sie damit zum ersten Male zusammenkommen. ManchePferde sind gewöhnt, nur von einem Offizier in Uniform ge-ritten zu werden; sie bäumen sich und werfen den Reiter vomSattel, wenn er nicht wenigstens eine militärische Kopf-