20 Erster Theil. Uranfang des Verbrechens.
nistete. Eines schönen Tages bemerkte man, dass, während dasMännchen auf der Jagd war, ein anderer jüngerer Storch her-kam und dem Weibchen den Hof machte. Anfangs wurde erzurückgewiesen, dann geduldet, dann empfangen; und endlichflogen eines Morgens die beiden Ehebrecher auf die Wiese, woder betrogene Gemahl Frösche jagte, und schlugen ihn mitSchnabelstichen todt. (Figuier: Les oiseaux. 1877.)
Selbst die Taube, die unschuldige Taube, zeigt sich nichtselten ehebrecherisch und neidisch und schlecht gegen ihreGefährtinnen, vor welchen sie mit den Flügeln das überschüssigeFutter versteckt. — Nimmt man einem Täuber sein Weibchen,so geht er in die benachbarten Taubenschläge und zwingt dieWeibchen der anderen ihm zu folgen.
10. Uebervölkerung. — Hier haben wir eine andere Ana-logie mit den Ursachen der Verbrechen unter den Menschen:es sind dies nämlich die grossen Anhäufungen. Die sodomitischenAkte, die nie in den kleinen Ställen vorkommen, zeigen sichhäufig in den grossen Gestüten. (Scarcey.)
In den Pferde- und Kuhställen, in den Thierstaaten derHymenopteren und unter den Hühnern führt der unbefriedigteGeschlechtstrieb zu widernatürlicher Befriedigung.
Ein Verbrechen, welches den organischen Bedingungenzufolge der Nothzucht an Minderjährigen vergleichbar ist, oderrichtiger der vom Tode gefolgten Körperverletzung, wurde vonHübeb an männlichen Ameisen beobachtet. Diese, wenn siekeine Weibchen haben, nothzüchtigen die Arbeiterameisen, welchebei dem rudimentären Zustande ihrer Geschlechtsorgane dadurcharg beschädigt werden und zu Grunde gehen. (Huber: Sur lesabeiUes. IL 443.)
Ein noch schlagenderes Beispiel von Nothzucht an Minder-jährigen wurde von Houzeau an einem Hahne beobachtet, derein unreifes Hühnchen vergewaltigte, infolgedessen letzteresmehrere Tage leidend blieb. (II. 291.)
Lessona sah in Egypten, in den Umzäumungen, wozur Nachtzeit viele Esel untergebracht werden, mehrerevon ihnen sodomitische Akte ausüben, wenn keine Weibchenda waren.