Druckschrift 
Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
195
Einzelbild herunterladen
 

195seine Ruhestätte beisetzen zu lassen. Sie bittet deshalb um eine Ab-schlagszahlung von 2000 Thlr. damit siemit der begräbnuß mit negstenverfahren könne. Wenn sie das Geld nicht erhalte, müsse das Begräb-niß noch länger aufgeschoben werden,was viel nachdenkens bei denleuten geben würde, so aber des sehl. frommen Mannes EhrlichesChristliches Leben und wandel, auch getrewe aufrechte unterthänig geleistetedienste und gegen Jedermann erwiesene Christliche bezeigungen nit ver-schuldetIn welcher peinlichen und bedrängten Lage sich aber der Landes-herr selbst befand, in Folge der langjährigen Kriegsstürme und derVerheerungen, zeigt uns die Antwort des Herzogs vom 18. Februar.Wir haben Eur clägliches schreiben wol empfangen schreibt erund tragen mit Euch ein gnediges mitleiden. Wie gerne Wir Euchauch zu den gebetenen 2000 Rthlr. helffen wollten, solches ist demlieben Gott bekannt, und sollte daran kein mangel verspüret werdenwenn nur einige mittel vorhanden wehren. Die seind aber leider beyUns jetziger zeit nicht, wie Ihr selbsten und alle Vernünfftige, dieUnsere gelegenheit wissen, indeme wir auß Unserem Landenicht eines hellers wehrt zu genießen und Unsere Taffelzur notturfft nicht mehr halten können, vernünfftiglich zuermessen. Dahero ist Unß jetzo auch eine wahre Unmüglichkeit, fürder handt auch ein hundert Reichsthaler aufzubringen.Begehren demnach gnediglich, Ihr wollet mit Unß in gedult stehen, diebegrebnuß auß den hinterlassenen mitteln inmittelst verrichten, und Euchversichert halten, da wir nur durch Gottes gnad einige mittel Euch zucontentiren erlangen werden, daß Euch für allen andern damit geholffenwerden solle. Inmittelst haben wir auch Unserem Cantzler JohanCothman einen Weg vorgeschlagen und befohlen, sich zu bemühen, daßIhr dadurch auch etwas erlangen mügetWorin nun diese dem Kanzler vorgeschlagenen und befohlenenWege bestanden, erfahren wir nicht. Ende Februar (den 27.) notirtder Herzog in seinem Tagebuche:Maior Lohausen audientz gehabt,begehret 2000 Rthlr. seinen Vettern General=Major Wilhelm vonKalcheim genandt Lohausen zu Rostog begraben zu lassen, habe Ihmzur andtwordt geben, Ich hette die Mittel nicht, wolle mich aber bemühen, wan ich was bekeme, sollen sie auch was bekommen 5). DieserMajor von Lohausen, der früher Capitän im Strahlendorffschen Re-giment gewesen war und, nach einer anderen vorliegenden Notiz, jetztalsder Königl. Mayest. und Cron Schweden unter dem löblichenGoltzischen Regiment zu Fueß wolbestallter Regiments=Major genannt13*