86VI.Lohansens Bremenscher und erster Mecklenburgischer KriegsdienstWährend Lohausen in Bockenem in der Gefangenschaft saß undseine Zeit mit Studien und schriftstellerischen Arbeiten zu verkürzensuchte, hatten sich die Verhältnisse auf dem Kriegsschauplatze sehr ver-ändert. Die Niederlage bei Lutter schien wirklich der Anfang für nochgrößeres Unglück der Protestantischen Sache werden zu sollen. Dieunternehmendsten Führer: Christian von Braunschweig, Mansfeld,Johann Ernst von Weimar, Friedrich von Sachsen=Altenburg, dietapferen und erfahrenen Generale Fuchs und Obentraut hatten denKampf für ihre Ueberzeugung mit ihrem Leben bezahlt. Nur mit Mühehielt sich Baudissin, verstärkt durch die nach dem Tode Mansfeldsnoch übrig gebliebenen Söldner, in Schlesien. In Niedersachsen besaßder König Christian IV. zwischen Elbe und Weser nur noch die festenPlätze Nordheim, Wolfenbüttel, Nienburg und Stade; in Mecklenburgallein war er noch Herr und Meister, jedoch nur auf kurze Zeit. DieStände des Niedersächsischen Kreises, mit Ausnahme der beiden Her-zoge von Mecklenburg, waren bereit, sich dem Kaiser zu unterwerfenund unterhandelten.Das Jahr 1627 verlief unter wechselndem Kriegsglück für beideTheile in kleineren Gefechten, ohne daß eine Entscheidung erfolgt war.Wallenstein hatte sich aus Schlesien nach dem Norden gewendet und triebdie Dänen unter Baudissin vor sich her. Er sollte, nach des KaisersPlan, sich mit Tilly vereinigen und dem Kriege in Norddeutschlandein Ende machen. Im August 1627 war diese Vereinigung erfolgt,und beide Generale kamen in Lauenburg zusammen, ohne das gewünschteResultat zu erreichen, da keiner sich dem andern unterordnen wollteund Wallenstein mit seinen weitaussehenden Plänen Tilly nicht zuseiner Ansicht herüberzuziehen vermochte. Mecklenburg war unterdessenerobert, Rostock hatte sich von Wallenstein täuschen lassen und denKaiserlichen die Thore geöffnet. Der in den Dienst des Kaisers über-getretene General von Arnim hatte die Mecklenburgischen Plätze an derElbe besetzt. Auch Wismar war in den Händen der Kaiserlichen. DasDänische Heer, überall aus dem freien Felde vertrieben, hatte sich nachHolstein zurückgezogen, nur die festen Plätze an der Weser und Elbenoch besetzt haltend. Wallenstein war ihnen nachgezogen und stand vorRendsburg, den ebenfalls in Kaiserlichen Dienst übergetretenen GeneralHerzog Georg von Braunschweig=Lüneburg bis Flensburg vorsendend,
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