196ist, hatte sich der Wittwe angenommen, und unterstützte sie bei derOrdnung des Nachlasses des Verstorbenen*). Die Abwickelung dieserfür die Hinterbliebenen so traurigen Angelegenheit zog sich jedoch immerweiter hinaus, und erst nach zwei Monaten fand sie eine theilweiseErledigung, wie wir später sehen.Unterdessen mußte die Wittwe doch in den Besitz einiger Mittelgekommen sein, denn am 15. April 1640 wurde Lohausens Leiche inder Marienkirche zu Rostock feierlich beigesetzt. Bei diesem Begräbnißtrat die allgemeine Verehrung, welche der Verstorbene sich erworben,recht klar hervor; besondere Theilnahme zeigte aber die Universität. Derdamalige Rector, Johann Quistorp, erließ eine Einladung an alle Mit-glieder der Akademie, zu der feierlichen Bestattung, worin er dem Ver-storbenen die größten Lobsprüche widmet und einen Abriß des vielbe-wegten Lebens desselben mittheil-Allein nicht nur der Rector, auch die Studenten feierten dasGedächtniß des Verstorbenen in den verschiedenen Landsmannschaftenoder „Nationen“ durch Trauer=Acte. Die Mecklenburger standen ander Spitze. In zehn Klage=Gedichten sprachen sie ihre Trauer umden Hingeschiedenen aus?). Ihnen folgten die Braunschweig=Lüneburgermit 21 poetischen Ergüssen, darunter Christian von Wittorf:„Dafern Geschicklichkeit und große HeldenthatenUns wüßten von der Macht des Todes einzurahten,Dafern ein weiser Sinn und hoher EhrenscheinDen rauchen Parzen nicht dorfft unterworfen sein,So würdest du, O! Held, jetzt nicht von uns begraben.Der pfleget sonsten Kunst, ein ander Muth zu haben,Du hattest Kunst und Muth. Die unverzagte Hand,Mit Vornamen ist er als „Ernst Wilhelm“ aufgeführt. In den ein-gesehenen Lohausenschen Stammbäumen findet sich jedoch dieser Name nicht.Er wird als „Vetter“ des Verstorbenen bezeichnet, müßte also Geschwister-kind mit demselben gewesen sein, deren jedoch in den Familiennachrichtennirgendwo gedacht wird. Möglich wäre es, daß hier eine Namensverwechse-lung vorläge und es ein „Neffe“ des Verstorbenen war, und zwar ein Sohndes Bruders Ludolf, des uns bekannten Bergischen Landrittmeisters, vondenen der dritte „Hermann Gumprecht“ als Capitän in Braunschweig-Lüneburgischen Diensten sich 1644 mit Adelheid von Knigge zu Bredenbeckverheirathete und 1678 als Braunschw.=Lüneb. Generalmajor starb. Esliegt nahe, daß er den Schwedischen Dienst verlassen und vom Herzog Georgvon Braunschweig=Lüneburg neue Bestallung als Capitän genommen habe.
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten