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Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
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194
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194Die Trauer über den Verlust wurde noch vermehrt durch die hilfloseLage und die Entblößung von allen Geldmitteln, in welcher die Wittwesich befand. Der Kanzler Johann Cothman benachrichtigte sofort denHerzog Adolf Friederich von dem Hinscheiden des treuesten Dienersja wir dürfen wohl sagen Freundes und der Herzog setzte sich schonam 1. Februar um 6 Uhr früh zu Pferde, ritt nach Buckow und langteam folgenden Tage, nachdem er zu Dobberan die Predigt gehört,Nachmittags 3 Uhr in Rostock an. Noch am 2. Februar ließ er dievier Bürgermeister Luttermann, Klinger, Scharffenberg und Petraeuszu sich entbieten, welche auch bei ihmzu nacht gessenAn demselben Tage, den 2. Februar, wandte sich auch LohausensWittwe mit einem Bittschreiben an den Herzog um Unterstützung:Nachdeme auch bey E. F G. meines lieben Sehl. Eheherrn besoldungnoch fast ganz nachständig, hergegen derselbe seinen vorhin gehabtenbahren Vorrath in hiesigem Orte zugesetzet und verzehret, also, daß ichnit weiß, woher die bey itziger Beschaffenheit zur Traur und bevorstehen-den Leichbegängniß nothwendig erfordernde spesen herzunehmen undaufzubringen; Alß ist an E. F. G. mein gleichmeßiges demütigesSuchen und pitten, E. F. G. gnedig geruhen und anstellung verfügenwollen, damit mir auf sothanen hinderstand ein erkleckliches bahr abge-tragen und außgezahlt werden möge. Dann sonsten ich auf dieser Weldkeinen raht noch mittel weiß, wo E. F. G. die hand von mir abziehenund hierinnen hülfloß lassen werden?)Dem Herzog scheint die Ordnung der politischen und militärischenVerhältnisse Rostocks jedoch näher gelegen zu haben, als die Befriedigungder gerechten Forderungen der Wittwe des verstorbenen Commandanten.Am 3. Februar notirt er in seinem Tagebuche:habe mit dem Rahttractiret wegen Bestallung Eins Commandanten an General=MayorWilhelm von Calcheim genand Lohausen Statt 2c. und ist Maior Hartigvon Reden und Maior Baltzer Plüßkow im Vorschlage gewesen 3)Der Wittwe aber ließ er, wie wir aus einem späteren Schreiben ersehen,durch Christian Polacken die Summe von 100 Thlr. zahlen. Zu diesergeringen Unterstützung mochte der Herzog auch vielleicht dadurch veran-laßt worden sein, daß sich das Gespräch verbreitet hatte, Lohausen müsseeine ansehnliche Summe baaren Geldes hinterlassen haben.Theils zur Widerlegung dieses Gerüchts, theils durch die wirklicheNoth gedrängt, wendet sich nun die Wittwe unter dem 12. Februarabermals bittend an den Herzog und bezieht sich auf die vorgelegteBerechnung der Rückstände. Es fehlen ihr alle Mittel, um ihrensehligen Eheherrn seinem Stande gemeß ehrlich und ohne schimpf an