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Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
12
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12angibt, wieKayserliche Mayestät mit grundt und fug dem Branden-burger die fürstenthumb, deren obgedacht, abstricken könne. Ja selbstdarüber, daß der Kaiser die Ansprüche der ebenfalls protestantischenSächsischen Prätendenten scheinbar begünstigte und theilweise in Schutznahm, gibt uns der Herr Reichs=Vice=Canzler in diesem politischenProgramm in aufrichtigster Weise volle Aufklärung und lehrt uns diepraktische Anwendung des Grundsatzes: divide et impera 16). Daßendlich, unter diesen Umständen, der Jülich=Clevische Erbfolgestreit diesämmtlichen benachbarten und auswärtigen Mächte jener Zeit, Spanien,die Niederlande, Frankreich, England und selbst Dänemark in Mit-leidenschaft zog, darf uns weiter nicht wundern. Gewiß irren wir nicht,wenn wir diesen Streit als Einleitung und Vorspiel des dreißigjährigenKrieges bezeichnen.III.Der Jülich=Clevische Erbfolgestreit. Lohausens Thätigkeit indemselben. Die Belagerung von Jülich, 1610Gleich nach dem Tode des Herzogs Johann Wilhelm hatte derBrandenburgische Bevollmächtigte Stephan von Hertefeld im Namendes Kurfürsten Johann Sigismund am 4. April 1609 zu Cleve undam folgenden Tage in Düsseldorf diepossession apprehendirt. Erwar schon seit dem 11. Juli 1604 mit Vollmacht zu diesem Besitz-Ergreifungs=Acte versehen und dazu vorbereitet. In der Nacht vom5. zum 6. April traf auch schon der junge Pfalzgraf Wolfgang Wilhelmvon Neuburg in Düsseldorf ein, um im Namen seines Vaters PhilippLudwig Besitz zu ergreifen. Die in Düsseldorf gerade zum Landtageversammelten Stände von Berg und Jülich hatten ihn jedoch durcheine entgegengeschickte Deputation bewogen, seinen Aufenthalt nicht inder Stadt, sondern auf dem Schlosse zu Benrath zu nehmen, von woaus er gegen die Brandenburgische Besitzergreifung einen Protest erließ.Die Fürstlichen Räthe waren in der größten Verlegenheit, welche durch*) Bei der Darstellung dieses Abschnittes hat der Verfasser geglaubt, denGegenstand ausführlicher behandeln zu dürfen, als es eigentlich für dieBiographie Lohausens erforderlich ist. Gerade dieser Erbfolgestreit ist fürdie Geschichte des Bergischen Landes und mithin für den BergischenGeschichts=Verein von speciellem Interesse.