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Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
193
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193ahnte er gewiß noch nicht, daß diese Bitte seine letzte sein sollte. SeineKrankheit hatte sehr zugenommen, so daß er dieses Schreiben schonnicht mehr eigenhändig ausführen konnte, sondern sich mit der bloßenUnterzeichnung begnügen mußte, welche jedoch noch unverändert diefrüheren festen Züge zeigt. Auch während des Krankenlagers verleugnetesich sein frommer christlicher Sinn nicht. Es wird berichtet, daß ertag und nacht, ohn aufhören sehr fleißig gebetet und sich durch wieder-holung vieler andechtigen Gebetlein und geistreichen Sprüchen ausheiliger Göttlicher Schrift getröstet und ergetzet, und seine Dienermußten ihm abwechselnd ausMolleri und D. Alaerd Vaken Sterbe-kunst und anderen christlichen Büchern vorlesen 32)Zwei Tage nachdem er die oben erwähnte Bittschrift an den He-og gerichtet, machte ein sanfter Tod dem vielbewegten Leben unseresKriegsmannes ein Ende. Die Sorge um die Zukunft der Seinigen,welche seine letzten Tage so sehr bekümmert hatte, nahm er mit ins Grab.IX.Rückblicke undLohausens Tod und Begräbniß.Schlußbemerkungen.Am Donnerstag, den 30. Januar 1640 a. St., zwischen 11 und12 Uhr Mittags starb Lohausen, im 56. Jahre seines Lebens, tiefbe-trauert von seiner hinterlassenen Wittwe und seiner nun 14jährigenStieftochter Rebecca von Steding. Seine eigene Ehe war kinderlosgeblieben, aber seine Beziehung zu der Stieftochter hatte ihn dies nichtschmerzlich empfinden lassen, da er diese wie sein eigenes Kind liebte*).Rebecca von Steding heirathete den Herrn Caspar Detlof von Warnstedtauf Brüel, aus welcher Ehe 2 Söhne und 5 Töchter entsprossen. Siestarb den 20. December 1677 und ward zu Bützow beigesetzt. In derLeichenrede, Güstrow 1678, wird von ihr gesagt: Als ihre sel. Frau Muttersich nachgehends wieder verheirathet, da hat der Augenschein gelehrt, daß siegeschickt wahre, durch kindlichen Gehorsam aus einem Stieff=Vater einenrechten Vater zu machen; Inmaaßen denn der berühmte Held, der weylandWohlgeborne Herr, Herr Wilhelm von Calchum gen. Lohausen, General-Majeur 2c. sie stets als seine eheleibliche Tochter väterlich geliebet. Mitgeth.von Hrn. Archivrath Dr. Lisch zu Schwerin.13