57wacker vertheidigt hatte. Hier, in der Rheinischen Heimath, war Lohau-sens Bleiben nicht. Daß er jedoch unthätig geblieben sein soll, bis zuder Zeit, wo wir ihm wieder begegnen werden, läßt sich von ihm nichtvoraussetzen: es hat sich seine Thätigkeit unseren Blicken entzogen.IV.Lohausens Oldenburgischer und Dänischer Kriegs=Dienst.Nachdem wir unseren Kriegsmann an den östlichen Grenzen desDeutschen Vaterlandes aus den Augen verloren, finden wir ihn imDecember 1622 an den nordwestlichsten Grenzmarken wieder, und zwaram Hofe des Grafen Anton Günther von Oldenburg und DelmenhorstEr wird uns vorgeführt mit den Titeln eines „summi militiae Praefecti,consiliarii a secretis et Vice-Comitis“ *). Eine Bestallung liegt nichtvor; wir müssen uns daher diese Titulatur also verdolmetschen, daß erOberster Kriegs=Befehlshaber war und den Titel Geheime=Rath führte,welcher damals fast Jedem so hoch im Dienst gestellten Beamten beigelegt wurde. Den Vice-Comes dürfen wir uns vielleicht als „Statt-halter“ deuten.Graf Ernst von Mansfeld, — der mit Christian von Braunschweigder Vernichtung durch Tilly in der Pfalz und am Rheine glücklichentgangen und dann durch Frankreich und die Spanischen Niederlandenach Holland entschlüpft war, wo er dem Prinzen Moritz von Oranienvor Bergen=op=Zoom erfolgreich beigestanden — tauchte jetzt mit seinengerade nicht im besten Rufe stehenden Söldnerschaaren plötzlich in Ost-friesland wieder auf. Hier in diesem fruchtbaren und reichen Landegedachte er eine Zeit lang sich's wohl sein zu lassen und seine Söldnerzu neuen kriegerischen Unternehmungen zu stärken, zum größten Schreckendes Grafen Enno von Ostfriesland und des benachbarten Grafen AntonGünther von Oldenburg. Der Bayerisch=Ligistische General GrafAnholt war ihm auf dem Fuße gefolgt, und Tilly schickte sich an, mitdem Heere der Liga hier im Nordwesten Deutschlands das ihm aufge-tragene Werk der Vernichtung des Protestantismus fortzusetzen, welcheser unter Spanischer Mitwirkung in der Pfalz und am Rhein so glücklichbegonnen hatte. Auch seinen Weg bezeichneten niedergebrannte Dörferund zertretene Fluren nicht weniger als den des Mansfelders und desBraunschweigers. Der Graf von Oldenburg war in der größten Be-
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