Druckschrift 
Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
190
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190bestellt war. Das Schreiben vom 17. December 1639, auf welchesdamals hingedeutet wurde, gibt uns einen vollen Einblick in dieseVerhältnisse. Nur durch seine bedrängte Lage unddie unumbgänglichhohe noht findet er sich zu derdemütigen Pittschrift veranlaßt.Bisher habe er sich des Spanischen SprichwortsHarta piede qui enben siervé, genugsamb bittet, der wohl dienet getröstet und inBerücksichtigung des hochbeschwerlichen Zustandes des Landesin Geduldgestanden und das Seinige zugesetzt, worüber er eine Nachweisungbeifügt. Jetzt aber würde es ihm eine wahre Unmöglichkeit, sich aufdiese Weise länger durchzuschlagen,sintemaln alle Vermögen darzu. Er bittet also ummir entgangen und ferneres nit beyzusetzen habeBefriedigung seiner Rückstände.Diese Rückstände berechnet Lohausen nun so, daß er zunächst6000 Rthlr. zu fordern habe aus den Jahren 16301636, ehe er nachRostock gekommen. Da er eine Bestallung auf 1600 Rthlr. jährlichgehabt, so wären es eigentlich 9600 Rthlr. gewesen. Doch hatte ersich gegen den Herzog dahin erklärt, daß er mit 6000 Rthlr. sich begnügenwolle. Auf fast gleiche Summe belaufen sich die Rückstände seit 1636,da er in dieser Zeit sowohl aus dem Schwerinschen als dem Güstrow-schen Antheil nur geringe Einnahmen bezogen hat. Die Mittel,wohinfüro Besoldung und deputat zu erheben, stellt er zwar des Herzogsgnädiger discretion anheim, hält es jedochunvorgreiff=maaßgeblichfür das geeignetste Auskunftsmittel, ihm in der Nachbarschaft einigeOrte, wieMarienee, Vahrenholz, Bließkow oder anders anzuweisen,daraus erauf Rechnung waß nothwendig, erheben könnt-Die Stadt Rostock habe erklärt, daß sie zu fernerem Vorschußfür seine Person sich nicht verstehen noch verbindlich machen könne,wollte ihm jedochzur zubueß der allhier nöthigen Unkostung mites sei dies aber nurbittweise und inetwa 500 Rthlr.beispringenkleinen parcelen und länger alß in halber Jahresfrist beizubringenNeuerdings habe ihm die Stadt wegen dessonst bei itzig tewer undschwerer Zeit also zu tragen unmöglichen Unterhalts und zu wieder-ergezung großer mühewaltung und treweifrigen Diensteleistungenmonatlich 100 Thlr. zuschießen wollen,wie aber solches erfolgen undfallen werde, stehet zu ersehenZum Schlusse bittet er den Herzog nochmals um Verzeihung fürdiesenottringliche Bitte; er wisse jedoch nicht, was und wie derAllmächtige Gott es mit ihm schicken werde, und erkenne nach gött-lichen und weltlichen Gesetzen sich für schuldig, die Seinigen zu ver-sorgen.Pitte derowegen nochmals ganz unterthänig, solches mir nit