178in seinen neuen Stellungen angriff. Ende August 1637 waren dieStädte in der Mark und in Mecklenburg schon in den Händen derKaiserlichen. Am 28. August stand Gallas, der hier den Oberbefehlführte, vor Anklam; am 31. August eroberte er Uckermünde. Ein beimKloster Stolp versuchter Uebergang über die Peene gelang jedoch nicht.Wiederum athmete Baner auf, als Gallas sich nun hinter die Tollensezurückbegab, um durch einen Flankenmarsch im Mecklenburgischen zumneuen Angriff auf die Vor=Pommerschen Küsten vorzugehen. Doch auchdiese Unternehmung scheiterte an der verzweifelten Gegenwehr der indie äußerste Enge getriebenen Schweden. Gallas zog sich an die War-now zurück, wo er seine Winterquartiere aufschlagen wollte. Bauerüberließ die Vertheidigung Vor=Pommerns dem General Wrangel undzog an die untere Oder, in der Hoffnung, dadurch die Kaiserlichen vonden bedrohten Küsten abzuziehen. Gallas war auch Anfangs nach derUckermark gefolgt, hatte sich aber kurz nachher wieder nördlich gewendetund den Paß von Triebsees mit stürmender Hand genommen. Jetzt,im December 1637, drängte er die Schweden überall zurück in diefesten Städte Stralsund, Greifswalde und Anklam.Während so der Krieg rings um Rostock wüthete, während imJuli Wallonen und Croaten Lübz, Criwitz und Parchim plündertenund im October das Amt Dobberan von den Kaiserlichen furchtbarmitgenommen und dort die schauderhaftesten Excesse verübt wurden 11)hatte Lohausen in der Stadt gute Ordnung gehalten. Er hatte dieThore weder den Kaiserlichen noch den Schweden geöffnet, obgleichLetztere, fast vor den Thoren Rostocks, die Warnemünder Schanze nochimmer besetzt hielten und der Stadt den Ausgang zur See versperrten.Es erscheint uns fast unerklärlich, wie mitten in dem ringsum wogen-den Kriegsgetümmel eine so wichtige Festung gewissermaßen neutralerhalten werden konnte. Nur das ganz besondere Verhältniß des Herzogsvon Mecklenburg sowohl zu der Schwedischen als zu der KaiserlichenPartei vermag uns darüber einigen Aufschluß zu geben. Weder derSchwedische noch der Kaiserliche General wollten mit dem Herzoge indirecte Feindschaft treten, da beide ihn noch immer als einen Vermittlerzum endlichen Frieden betrachteten. Dies wird bestätigt durch dieSchreiben, welche Adolf Friederich in seinen Tagebüchern notirt und diebald an Gallas, bald an Baner und an Salvius gerichtet sind.Dazu kam noch der eigenthümliche Standpunkt, den die StadtRostock zum Kaiser und zum Reich behauptete, wovon schon oben dieRede war. So können wir es uns auch erklären, daß im October1637 die Stadt einen Schutz= und Schirm=Brief von dem Kaiserlichen
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