174gleichsam als Evangelische Reichs=Executions=Armee betrachtet werdenwollte. Jetzt schien die Angst verschwunden, und Schweden mußte denAbfall auch der letzten Anhänger befürchten. Um so mehr war es alsoauf die Festhaltung der „Seekante“ bedacht, und Feldmarschall Banerging in meisterhaft ausgeführtem Rückzuge in der ersten Hälfte desJahres 1637 von der Elbe bei Torgau nach der Oder bei Stettinzurück, von den Kaiserlichen rechts und links verfolgt.Dadurch war nun der Kriegsschauplatz wieder in den NordenDeutschlands verlegt, und die Stellung Lohausens in Rostock gewannwieder an Wichtigkeit. Die Ruhe, welche er dort gefunden zu habenglaubte, war nur von kurzer Dauer gewesen, und auch sein Gemüthwar angegriffen durch die Verdächtigungen, welche neuerdings vonSchwedischer Seite gegen ihn vorgebracht wurden und so weit giengen,daß er sogar befürchten mußte, von den Schweden aufgehoben undübers Meer transportirt zu werden. In dieser Stimmung entwarf eram 1. April 1637 einen vertrauten Brief*), auf den wir etwas nähereingehen wollen, da uns derselbe einen tiefen Blick in Geist und Herzunseres Kriegsmannes erlaubt.„Sonsten kan Ich auch nicht umbgehen, dem Herrn Vetterngleichsamb bekläglich anzufüegen, wie es mir rechte übel gehet,“ — soleitet Lohausen seinen Brief ein. Er habe gehofft hier Ruhe zu finden,— fährt er fort — befleißige sich derselben auch soviel als möglich,„so ist auch meine Weiß arbeiten, lesen und schreiben;“ und entschlagesich nach äußerster Möglichkeit aller anderen weltlichen, weitaussehen-den Händel .. Dann kommt er auf die Verdächtigungen zurück undentschuldigt sich bei seinem Vetter, indem er anführt, er habe keinesHerrn Bestallung annehmen wollen, als dessen, dem er vor seinemEintritt in Schwedischen Dienst verpflichtet gewesen. Die von demHerzoge ihm angebotene Stelle des Obersten von Ehlen habe er „mitallem glimpf declinirt“, damit er dadurch nicht genöthigt würde,in die Verpflichtung des Niedersächsischen Kreises und des HerzogsGeorg zu treten. Das Commando in Rostock habe er sich vom HerzogAdolf Friedrich „aufbürden lassen, theilß wegen mehrerer Ruhe alsDas Schreiben, eigenhändiges vielfach corrigirtes Concept, im Archiv zuSchwerin, ist leider! ohne Adresse. Am Rande ist die Notiz: Hamb. AnH. L. Der Addressat war also vermuthlich in Hamburg und scheint beider dortigen Schwedischen Residentchaft gut accreditirt gewesen zu sein.Vielleicht war es auch an seinen Stammes=Vetter Joh. Friedr. von Calckumgut. Leuchtmar gerichtet, der damals noch mit dem Kurprinzen von Bran-denburg in Holland sich aufhielt.
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