163Heinrich von Lauenburg und vieler anderen hohen Officiere hatte erTorstenson gefragt: „Was man sich doch einbilde, daß man den Kriegwider alle Chur= und Fürsten des Reiches fortzusetzen vermeinete?“„woraus dann ohnschwer abzunehmen, wie sein Gemüthe gegen dieKönigin und die Cron Schweden beschaffen sein müsse,“ — bemerktunser Schwedischer Berichterstatter. Der Feldmarschall Baner nahmindessen Lohausens Abschiedsgesuch nicht an, sondern verwies ihn anden Reichskanzler, den er von dem Vorgefallenen in Kenntniß setzte.Die inzwischen eingetretenen Kriegsereignisse ließen nun diese Angele-genheit für jetzt unerledigt.In größter Eile hatte nämlich der Kurfürst von Sachsen, auf dieNachricht von dem Marsche Baners, sein Heer zurückgerufen zum Schutzeseines Erblandes, und stand schon Ende Januar bei Wittenberg, vonwo aus er sich am 28. Januar3. Februar zum Entsatz der Moritzburg bei Halle inBewegung setzte. Baner räumte Halle, ging über die Saale, zerstörtedie Brücken bei Weißenfels und Merseburg, und eroberte am 1/11. FebruarNaumburg, wendete sich jedoch in Folge der Operationen des Kursäch-sischen Heeres an der Saale nach der Unstrut, und vertheilte dort seineTruppen in die einzelnen Städte und Ortschaften, überall große Con-tributionen ausschreibend. Die gleichzeitigen Berichte sind voll von denExcessen, Grausamkeiten und Erpressungen, welche das Schwedische Heerhier ausführte. Auch erließ Baner ein Mandat an die SächsischenStände, worin er sie zum Abfall von ihrem Landesherrn aufforderte.Der Kurfürst dagegen wiederholte seine Abberufungs=Mandate an dienoch im Schwedischen Heere dienenden Deutschen Officiere.In dieser Zwischenzeit, wo Magdeburg durch die vorgerückte Stel-lung des Schwedischen Heeres gesichert war, gieng Lohausen nach Meck-lenburg, wo wir ihn im Februar in Rostock thätig gefunden haben.Bald aber muß er nach Magdeburg wieder zurückgekehrt sein, da dortdie Sachen sich so gestaltet hatten, daß er seine Anwesenheit in derihm anvertrauten Festung für geboten hielt.Bauer nämlich war, in Folge des Anmarsches des KaiserlichenGenerals Hatzfeld mit 10 Regimentern zu Roß, 15 Regimentern zuFuß und 4 Dragoner=Regimentern vom Rheine her, zur Vereinigungmit den Sachsen, am ¼¼. März von der Unstrut nach Aschersleben und28. Märzam 2. Uden an die Bode zurückgegangen und näherte sich Magdeburg,nachdem er vorher noch einige glückliche Expeditionen in die Anhalti-nischen Länder ausgeführt hatte. Als nun am 10. April die Kaiser-lichen und Sachsen sich bei Eisleben vereinigt hatten, zog Baner sichweiter auf Magdeburg zurück.11*
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