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Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
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162Ohne sich viel um die Friedensunterhandlungen zu kümmern, hatteunterdessen der Feldmarschall Bauer seine Offensiv=Bewegungen fortge-setzt. Am Schlusse des Jahres 1635 war er bis in die Gegend vonBerlin vorgerückt; Kurfürst Georg Wilhelm war nach Peitz geflüchtet,und die Hauptstadt war nur durch in Eile über Spandau heranrückendeSachsen und durch den aus Pommern gekommenen Kaiserlichen GeneralMarazin gedeckt. Anfangs Januar 1636 zog Baner von dort gegendie Mittel=Elbe, überschritt am 12/22. Januar diesen Fluß bei der Wer-bener Schanze, und stand den 16/26. Januar mit seinem ganzen Heerewieder bei Magdeburg concentrirt, welches er zum Ausgangspunkt seinerferneren Operationen gegen die Kursächsischen Erblande machen wollte,um dadurch die Sachsen aus Pommerns Nähe und aus der Uckermarkzurückzulocken. Zu dem Ende zog er nach kurzer Rast von Magdeburgweiter, eroberte schon am 18/28. Januar Barby mit Sturm, und war22. Januarsich auf Sächsisches Gebiet, wo schon am 1. Februar der OberstlieutenantDerfling, der hier zuerst genannte, später so berühmt gewordene Bran-denburgische General, Halle eroberte, mit Ausnahme der Moritzburg.Während dieses kurzen Aufenthaltes in und um Magdeburg geriethLohausen mit dem Feldmarschall Bauer in einen großen Conflikt. Ob-gleich man ihn, trotz der Betheiligung an den Demonstrationen derDeutschen Offiziere im vergangenen Jahre, auf seinem wichtigen Postenals Commandant von Magdeburg belassen hatte,um alle weitereOffension bei der Teutschen Soldatesqua zu vermeiden, so trauteman ihm doch nicht recht, da es schien, als ob ihm sein Verharren beider Krone Schweden leid geworden sei. Feldmarschall Baner hatte nunbei seinem Aufenthalt in Magdeburg das Lohausensche und Strahlen-dorffsche Regiment, welche mit großer Ergebenheit an Lohausen hingenund seit lange in Magdeburg gestanden und sich dort ausgeruht hatten,zur Operations=Armee herangezogen und dafür das Regiment desObersten Drake in die Stadt gelegt, welches von dem PreußischenFeldzuge und von dem weiten Marschesehr matt und schwach war.Lohausen sprach dem Feldmarschall hierzu die Berechtigung ab; da derReichskanzler darüber allein zu bestimmen habe. Hierüber entstandenzwischen beiden sehr heftige Auftritte, in welchen Lohausen jedoch denKürzeren zog, da er den Befehlen des Feldmarschalls gehorchen mußte.Er fand sich aber durch dieses Verfahren Baners und durch das Miß-trauen, welches dieser ihm offen aussprach, so gekränkt, daß er seinenAbschied verlangte. Dazu kam noch, daß Lohausen kurze Zeit vorherin Stasfurt mit dem Schwedischen General Leonhard Torstenson einensehr heftigen Auftritt gehabt hatte. In Gegenwart des Herzogs Franz