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Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
160
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160Major von Lohausen, neben dem Obersten Salomon Adam, dem Finni-schen Obersten Armis und dem Regiments=Schultheißen Nüchtern.Bis zum Ende des Jahres 1635 scheint unser Kriegsmann an dennun eintretenden Kriegsereignissen wenig betheiligt gewesen zu sein.Er hatte auch genug zu thun, um das seit der Zerstörung durch Tillyin seinen Befestigungen wenig restaurirte Magdeburg gegen einen Gewalt-streich des Kurfürsten von Sachsen sicher zu stellen. Dieser erließ nem-lich am 6/16. October in Aschersleben die sogenannteBlutordre anden General Baudissin, um die Schweden,welche stets neue Aus-flüchte suchten, dazu zu zwingen, den Prager Frieden anzunehmen.Am 10/20. October setzte sich die Armee in Marsch auf beiden Ufernder Elbe und zog durch die Altmark, nach dem Lüneburgischen undnach der Priegnitz. Es lag in der Absicht, dadurch die verschiedenenAbtheilungen des Feindes von einander zu trennen. Ueberall wichendie Schweden vor diesem unerwarteten Anmarsch zurück, zumal auchHerzog Georg von Braunschweig=Lüneburg mit den ihm treu gebliebe-nen Regimentern nur den Moment zu erwarten schien, wo er sich denSachsen anschließen und mit ihnen vereint über die Fremden herfallenkönnte. Glücklicherweise hatte der Reichskanzler, als er aus Magde-burg sich so eilig entfernte, noch das feste Dömitz gesichert. Hier fand20. Octoberder erste Zusammenstoß statt, als am 1. November der General Ruthvenmit der Schwedischen Reiterei das Sächsische Fußvolk angriff und indie Flucht ſchlug.Dieser erste Erfolg hatte die Lage der Schweden wieder günstigergestaltet. Zwar gieng Baner noch weiter im Mecklenburgischen zurück,zugleich aber wendete er sich östlich, nach der Grenze Pommerns, hin,wo am 12/22. October die Avantgarde der aus Preußen heranrückendenSchwedischen Regimenter eingetroffen war. Als nun auch der Franzö-sische Gesandte mit bedeutenden Baarsummen im Hauptquartier anlangte,und die Forderungen der lange ohne Sold gelassenen Regimenter be-friedigt werden konnten; als ferner die an der Weser gleichsam herren-los sich umhertreibenden ehemaligen Sperreutherschen Regimenter durchdieses Geld dem Schwedischen Dienste wieder gewonnen und unter dieBefehle Kniphausens gestellt waren; als endlich die Regimenter ausPreußen sich mit Baner vereinigt hatten, konnte dieser die offensivewieder ergreifen und in der letzten Hälfte des November und imDecember die Sachsen und auch die Brandenburger überall zurück-werfen, so daß am 15/25. December schon zu Sandau an der Elbewegen eines Waffenstillstandes verhandelt wurde, der jedoch wegen derübertriebenen Forderungen der Schweden nicht zu Stande kam 42).