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Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
159
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159die mit Sachsen angeknüpften Unterhandlungen gebeten. Die Verhand-lungen wurden durch Gerhard Romelian von Calckum genannt Leucht-mar, Brandenburgischen Geheimen Rath und Stammesvetter unseresKriegsmannes, geführt. Leuchtmar kam persönlich nach Magdeburg undüberbrachte ein Schreiben des Kurfürsten Georg Wilhelm an Lohausen,worin dieser ermahnt wurde, dem Schwedischen Dienst zu entsagen.Er sei nicht allein ein Teutscher hieß es in diesem Schreibensondern gar Kur=Brandenburgischer Eingeborner, und zweifele Ihr.Churfürstl. Durchl. nicht, er werde aus Liebe seiner eigenen Nationzur Verhütung aller weiteren Unterdrückung und Beschwerung derselbenund der Churfürstlichen Lande schon vorher geneigt sein. Außerdemmachte der Kurfürst sich verbindlich, den Kurfürsten von Sachsen zunoch gesteigerten Erbietungen zu bewegen.Es wurde nun eine Zusammenkunft zu Helmstedt verabredet.Dort riethen die Obersten, zumal Speerreuther und Wedel, offen dieSchwedische Fahne zu verlassen und Jeder für sich zu sorgen. Alleinsie konnten sich nicht einigen und bevollmächtigten am 7. October Lohau-sen und Wedel, die Unterhandlungen, namentlich mit Kursachsen, wegenErhöhung der gebotenen Summe weiter zu führen. Wedel überließdiesen Auftrag Lohausen allein, und dieser schob ihn hinaus, da er dieVerantwortlichkeit nicht allein übernehmen wollte. Nach dem, was wirvon seinen Ansichten über diesen Punkt erfahren haben, dürfen wirwohl auch die Behauptung aufstellen, daß es ihm nicht darum zu thunwar, einem einseitigen Frieden mit Sachsen das Wort zu reden, umso weniger, da sein hoher Gönner, der Herzog von Mecklenburg, vomReichskanzler den Auftrag erhalten hatte, wegen des Friedens mit demKurfürsten von Sachsen zu tractiren.Außer diesen mehr in das Fach der militärischen Diplomatie schla-genden Geschäften finden wir Lohausen im August 1635 auch nochthätig auf dem Felde der Militär=Gerichtsbarkeit. Der SchwedischeKanzler Stallmann war einer Conspiration gegen den Reichskanzlerund den Feldmarschall Bauer beschuldigt. Er war entwichen, jedocham 6/16. Juli an der Polnischen Grenze verhaftet worden. Nach Jüter-bock gebracht hatte er den Versuch gemacht, sich zu entleiben, indem ersich in Gegenwart des Profosen bei Tische mit einem Brotmesser indie linke Seite stach. Die Wunde war jedoch nicht lebensgefährlichund man transportirte ihn nach Magdeburg, wo das Urtheil über ihngesprochen werden sollte. Unter den militärischen Mitgliedern des zu-sammengetretenen gemischten Gerichts befindet sich auch der General-