158Frankfurt und Crossen; der Kurfürst von Brandenburg zeigte seinenBeitritt zum Prager Frieden an; kurz! von allen Seiten wurde dieBedrängniß der Schweden größer. Da gab Baner mit den Schwedi-schen Obersten und den Generalen Ruthven und Lesly dem Reichs-kanzler den Rath, „sich an die Seekante zu begeben, die Armee ausPreußen an sich zu ziehen, damit, falls der Soldat sich verleiten ließeund der Paß abgeschnitten würde, da unten jemand dem Werke vor-stehen könnte.“ Baner wollte mit den Regimentern, auf welche er sichverlassen konnte, namentlich dem Fußvolk, den Kurfürsten aufzuhaltensuchen. In der Nacht vom 18/28. September hatte Oxenstiern eiligstdas unruhige Magdeburg verlassen und sich nach Wismar begeben.Unterdessen war am 122. September 1635 zu Stuhmsdorf injestpreußen ein 26jähriger Waffenstillstand zwischen Schweden undPolen durch Französische Vermittelung zu Stande gekommen. Oxen-stiern schöpfte neuen Muth und eilte nach Stettin, um dem Kaiser-lichen General Marozin, der schon bis Stargard in Hinterpommernvorgedrungen war, entgegen zu treten. Eilboten flogen an die GeneraleTorstenson und Wrangel, um die durch den Frieden in Preußen nichtmehr nöthigen Regimenter herbeizuführen. In Magdeburg aber warBrandenstein zurückgeblieben, um mit dem Kurfürsten von Sachsen dieUnterhandlungen noch fortzusetzen. Als dieser den Deutschen Officierendie Summe von 20 Tonnen Goldes versprechen ließ, um sie für ihreVerluste schadlos zu halten, besorgte auch Feldmarschall Baner, daß dieDeutschen Regimenter dieses Anerbieten annehmen und den Schwedi-schen Dienst verlassen würden. Er beschloß deshalb einem Angriffeder Sachsen sich nicht auszusetzen und zog am 3. October mit demGros des Heeres von Magdeburg ab, ins Braunschweigsche, wo erneue Quartiere bezog. In Magdeburg blieb Lohausen mit zwei zuver-lässigen Regimentern, nämlich seinem eigenen und dem Strahlendorf-schen zurück.Die zweifelhaften und schwankenden Regimenter waren in die ent-ferntesten Quartiere an der Weser verlegt worden und auf diese Weisedem unmittelbaren Einflusse des Kurfürsten von Sachsen entrückt. Feld-marschall Baner hoffte, sie bald wieder in das gewohnte Geleise derSchwedischen Disciplin zurückzuführen. Unterdessen ruhten aber dieUnterhandlungen nicht, deren Seele Lohausen war. Auch der Kurfürstvon Brandenburg schloß sich den Bemühungen Sachsens an, die Deut-schen Officiere von der Krone Schweden abzuwenden und zum PragerFrieden hinüberzuziehen. Unter Lohausens Unterschrift hatten sichdiese an denselben gewendet und ihn um seine Ansicht in Bezug auf
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