157Durchl. versichern sie offterwehnten ihrer Cameraden und ihres wenigenTheils, daß hierbey keine arge List oder Gefährde, sondern alles redlich,auffrecht und Teutsch gemeynet, und solches mit Wiederholung ihresvorigen unterthänigsten Erbietens, und anderweitigen Vergewisserungdaß sie seyn 2c. Im Churfürstl. Hauptquartier Barby, den 8/18. Sep-tember, An. 1635“.Nach Abgabe dieses Schriftstückes kehrten Lohausen und Krockowwieder nach Magdeburg zurück. Da der Friede, auch mit Schweden,zwar das gemeinsame Ziel, der Weg dazu aber auf beiden Seiten einentgegengesetzter war, indem der Kurfürst verlangte, daß die Officiereerst den Schwedischen Dienst verlassen sollten, ehe weiter unterhandeltwerden könne, die Officiere aber dieses Aufgeben des Dienstes nur vondem Fortgange der Friedensverhandlungen abhängig machen wollten,so war natürlich auf dieser Grundlage kein Resultat zu erzielen. Auchdie Antwort des Kurfürsten auf die letzte Eingabe, welche am 10/20September aus Barby einlief, führte die Sache nicht vorwärts, sondernerweiterte gewissermaßen noch die Kluft. Es war nämlich darin auchgesagt: der Kurfürst wolle nach bestem Vermögen darauf bedacht sein,„daß der Teutschen Soldatesca nach gelegenheit jetzigen bedrängtenZustandes des armen Vatterlands dennoch ein leidliche Recompens,derer man sich auf gewisse Termine vernehmen könne, widerfahre.“ Dasfuhr den alten Kriegsmännern in die Krone; „daß Ew. Churfürstl.Durchlaucht die umb das gantze Vatterlandt Teutscher Nation, dasEvangelische Wesen und Churfürstl. Durchlaucht selbsten hoch undwohlverdiente Soldatesca so schlecht abfertigen, gering contentiren, undgleichsamb mit einem Stück Brodts compensiren wollen,“ sagen sie in15/25. September. Dabeiihrer Erwiderung d. d. Magdeburg denaus, der Kurfürst werdesprechen sie jedoch nochmals die Hoffnungnicht auf den ihnen überschickten Punkten „so steiff und unveränderlichverharren“ und erbieten sich zu weiteren Verhandlungen.7. September ein Tag zuZu diesen wurde denn auch auf denSchönebeck anberaumt, wohin Lohausen, Krockow und Wedel sich be-gaben, um mit den Bevollmächtigten des Kurfürsten sich zu besprechen.Doch auch diese Besprechung blieb erfolglos, und die Deputirten kehrtenam 19/29. September unbefriedigt nach Magdeburg zurück, wo sie zuihrer großen Verwunderung den Reichskanzler nicht mehr fanden. DieSachsen hatten nämlich während der obigen Unterhandlungen sich all-mählich weiter ausgedehnt, hatten Havelberg, die Elbpässe und dieStädte zwischen Elbe und Havel nach und nach besetzt; ein KaiserlichesHeer war im Anzuge gegen die Warthe und die untere Oder auf
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