154erwartenden Kaiserlichen Gesandten dahin instruirt wären, mit derKrone Schweden wegen des Friedens zu unterhandeln, oder ob Sr.Kurfürstl. Gnaden etwa selbst vom Kaiser ermächtigt wären zu Friedens-verhandlungen? endlich, ob der Kurfürst, in Ermangelung einer solchenErmächtigung, geneigt sei, bei dem Kaiser „sich so weit zu interponiren,daß das Werck auf erstgemelten Zweck gerichtet und allen besorgen-den Weiterungen umb so viel mehr abgeholffen werden möge?“Der Kurfürst gab in seiner Antwort auf diese Anfragen zunächstzu erkennen, daß er zu Schweden noch immer „wohlgemeinte affectiontrage. Zur Sache selbst aber erklärte er, sich auf Nichts einlassen zukönnen, es sei denn, daß die Schwedische Armee vorher die StifteMagdeburg und Halberstadt dies= und jenseits der Elbe voll-ständig geräumt hätte. Dann aber halte er für das dienlichste Mittelzum Frieden „den Abzug von des Römischen Reiches Boden ohneFeindthätigkeiten und Plünderungen“. In diesem Falle wolle er beimKaiser vermitteln und bei seinen Evangelischen Bundesgenossen dafürsorgen, daß der Krone Schweden „eine Satisfaction für dero demEvangelischen Wesen geleisteten treuen Dienste“ gegeben werde. Diedafür ausgeworfenen Summen wolle er ihnen alsdann in Stral-sund zustellen lassen.Diese gewissermaßen höhnende Antwort rief große Aufregung her-vor; aber man mußte sich dieselbe gefallen lassen, da man der höherenOfficiere durchaus nicht mehr sicher war. Die Vornehmsten derselben,die Herrn von Wedel, aus dem Winkel, Sperreuther, Krockow, Werder,welche unter den Truppen in sehr gutem Ansehen standen, hatten sichzwar weiter an Schweden verpflichtet, jedoch zugleich angedeutet, gegenden Kurfürsten von Sachsen und andere Deutsche Fürstennicht fechten zu wollen. Auch Lohausen hatte sich ihnen ange-schlossen und suchte immer noch den Weg einer Vermittelung. Unterdiesen Umständen entsendete der Reichskanzler am ¾4. September noch-mals den Grafen von Brandenstein an den Kurfürsten, welcher in17 Artikeln diejenigen Bedingungen vorlegte, auf welche Schwedenunterhandeln wollte. Die an Schweden zu leistende Entschädigung,der hypothekarische Besitz vieler Orte bis zur Erledigung dieser Ent-schädigung, wozu besonders auch die Stadt und Festung Magdeburggehörte, dann die Amnestie für alle Officiere und die Befriedigung derTruppen waren so ziemlich die Hauptbedingungen. Der Kurfürst gingsie Punkt für Punkt durch und suchte dieselben zu widerlegen, ohneauf irgend etwas Bestimmtes sich einzulassen; nur die Räumung des
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