155Reichs=Bodens bis auf Stralsund war die wiederholte conditio sinequa non.Nochmals traten nun die Deutschen höheren Officiere zusammenund während Einige die früher abgegebene Erklärung wiederholten undsich anschickten, den Schwedischen Dienst zu verlassen, glaubten Andere,mit dem Kurfürsten von Sachsen ferner unterhandlen zu müssen, dasie immer noch die Hoffnung auf einen allgemeinen Frieden festhieltenDiese entsendeten nun, zwar nicht mit dem Willen, aber doch mit demWissen des Reichskanzlers und des Feldmarschalls Baner, Lohausenund Krockow nach Barby, um mit dem dort sich aufhaltenden Kur-fürsten zu verhandeln.Zwei Punkte waren es, welche die Basis des an den Kurfürstengerichteten Vörtrags bildeten. Der erste sprach die Verwunderung derDeutschen Offiziere aus, daß der Kurfürst, trotz aller Abmahnungenund Warnungen, Schweden werde dies als einen Akt der Feindseligkeitansehen, mit seinem Heere über die Saale gegangen sei; der zweitePunkt enthielt die Bitte: Sr. Churfürstl. Durchlaucht möchte sich„Churfürstlich und Teutsch“ erklären, wessen die Offiziere sich von ihmzu versehen hätten? Dann wünschten sie auch noch zu erfahren, wo dieArmee mit nöthigem Quartier und Unterhalt versehen werden solle?damit sie in dieser Beziehung dem Reichskanzler Vorschläge machenkönnten.In seiner Antwort d. d. Barby 7/17. September wies der Kur-fürst den ersten Punkt entschieden zurück, da er über seine ActionenNiemand Rechenschaft schuldig sei und selbst sich auch niemals anmaßenwürde, von auswärtigen Potentaten oder Republiken Rechenschaft zuverlangen über deren Thun und Lassen in ihren eigenen Königreichenoder Landen. Als ein solches betrachte er aber das Stift Magde-burg, da schon ehe die Schweden nach Deutschland gekommen, seinSohn legitimer postulirter und proclamirter Bischof des Stiftes gewesensei. Was den andern Punkt, betreffe, so beziehe er sich auf seine frühergegebenen Resolutionen und wiederhole hier, daß denjenigen Offizierenund Soldaten, welche sich zur Sächsischen Armee begeben, Quartierund Unterhalt, gleich den eigenen Truppen, gegeben werden solle;wollten sie jedoch im Kriege nicht weiter dienen, so stände ihnen frei,„sich zur Ruhe zu begeben“.wie unser Gewährsmann angibt — „vor-Hierauf haben nunermelte General=Major Lohausen, beneben dem Obersten Cracaw
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