153dringend, mit Lohausen sich zu besprechen, „und alle notturfft, zumalnes der Feder nicht zu trawen, mit Euch mündlich abreden. Gescheheuns demnach ein angenehmer gefallen, wenn Ihr bis Dömitz kommenköntet und uns solches avisiret, so wollten Wir auch alda ankommenVon Interesse ist auch das Urtheil, welches der Herzog über Georgvon Braunschweig=Lüneburg ausspricht. „Bei hochged. Hertzog Geor-gens Lbd. haben Wir ein tapffers heroisches gemüht gefunden, undwenn Sr. Lbd. nicht wehrn disgustiret und Ihro die SchwedischeVölcker gelaßen worden, Sie wehre gewiß jetzo damit schon am Rhein-stromb und würde den Vier Ober=Creisen lufft machen und HertzogBernhardten (von Weimar) gute assistenz leisten, hette sich auch denfrieden also noch nicht belieben lassen. Gott aber hatt es nun andersgefallen, In dessen sicheren schutz thun Wir Euch hiermit befehlen undverbleiben Euch allezeit mit gantz wolgeneigtem willen wol zugethan“ 41).Der Kurfürst von Sachsen hatte es noch nicht aufgegeben, dieDeutschen Officiere von der Krone Schweden abwendig zu machen,und an dieselben neue Aufforderungen geschickt, während die Armeesich Magdeburg immer mehr näherte und schon das nahe gelegene festeStädtchen Egeln genommen hatte. Die Lage der Schweden wurdeimmer bedenklicher und der Zusammenstoß mit der Kursächsischen Armeewar kaum noch zu vermeiden. Dem Reichskanzler war es jedoch vorallen Dingen darum zu thun, dieses so lange als möglich zu vermei-den und Zeit zu gewinnen. Es waren nemlich Unterhandlungen mitPolen angeknüpft und schon sehr weit gediehen, Behufs Abschlusseseines Friedens oder eines Waffenstillstandes auf längere Zeit. Kamdieses Project zu Stande, so wurden die bis dahin gegen Polen ver-wendeten Schwedischen Streitkräfte disponibel, und mit ihrer Hilfeglaubte Oxenstiern alsdann wieder in der Lage zu sein, die Bedin-gungen eines etwa abzuschließenden Friedens in Deutschland dictirenzu können.Es wurden deshalb abermals zwei Obersten an den Kurfürstenvon Sachsen abgesendet, um die Anfrage zu stellen, was denn eigentlichdas Vorgehen der Armee bezwecke und wessen man sich von dem Kur-fürsten zu versehen habe? Als hierauf Johann Georg erwiderte, daßer sich zu „aller guten Freundschaft und zu glücklicher Beylegung desWerks“ erbiete, entsendete der Reichskanzler in den ersten Tagen desMonats September wiederum Lohausen und den Obersten Krockow zumKurfürsten, „um dem Werck näher zu kommen und zu den Tractatenein sicheres Fundament zu legen“. In dem Memorial, welches Lohau-sen vorlegte, war die Hauptfrage die: ob die bei dem Kurfürsten zu
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