152und dort verpflegen zu lassen. In Folge dessen wurde denn auch dasRegiment des Obersten von Ehlen, 600 Mann stark, dorthin in Marschgesetzt, wo wir dasselbe später wiederfinden werden.Der Herzog von Mecklenburg ließ sich überhaupt die Förderungdes Friedenswerkes sehr angelegen sein und correspondirte darüber viel-fach mit Lohausen. Besonderes Gewicht legte er dabei auf die großenNachtheile eines Separatfriedens zwischen Schweden und dem Kurfürstenvon Sachsen, dem er nicht traute. Wir ersehen dies besonders auseinem Schreiben an Lohausen vom 19/29. August, worin es u. A. heißt:„Ihr wollet solches (d. h. ein übersendetes Schreiben des Herzogs anden Reichskanzler) demselben zu dessen Händen einreichen, Unß, unserLand und Leutte dabey bester maaßen recommandiren alle ungelegen-heiten und einquartierungen von demselben verhüten und trewlich coope-riren helffen, daß zwischen der Cron Schweden und Chur Sachsender Satisfaction halber nicht ein particular sondern ein gemeinerVergleich, so alle interessenten verbindet, getroffen und aller privat-nutzen hintangesetzet werde; es würde der Cron Schweden mit solcherparticular-satisfaction auch nicht gedienet sein, wie ein jeder Vernünff-tiger wol ermessen kann, und wan Chur=Sachßen das Ertz-Stifft Magdeburg, wie Ihr selbsten schreibet, in Han-den, würde er sich umb andere weinig bekümmern, undes auf Uns und diejenige, so an der Seekanten belegen,außlauffen; darum ist zum besten, das mit Chur=Sachßen kein par-ticular-schlus, dadurch andere wieder die gebühr praegraviret werden,gemacht, sondern derselbe solcher gestalt gefast werde, das alle Evan-gelische und Catholische Interessenten denselben mit belieben und sichdarzu verstehen. Solches ist auch für die Cron Schweden rathsamersicherer, nützlicher und reputierlicher. Wir können auch leichtsamberachten, daß Sie den in der hand habenden Vogell so leicht nichtfliegen lassen werden. Wir schreiben diese unsere meinung an Euchnach unserem alten guten Vertrawen, so offenhertzig, seind aber dessenversichert, daß Ihrs ingeheim bei Euch haltet und es an verdechtigeörter, da es uns übel interpretirt werden könte, nicht kommen laßet,Sonderlich weil jetzo die welt so falsch, mißtrewig und eigennutzig ist,das man sich nicht genugsam fürsehen und hüten kan“.Aus diesem Schreiben geht ferner hervor, daß Lohausen dem Herzogden Rath gegeben hatte, mit dem Reichskanzler persönlich zusammen zukommen, was jedoch abgelehnt wird, weil der Niedersächsische Kreiseine Gesandtschaft „zur interposition“ abgefertigt habe, von welcher„etwas fruchtbarliches“ gehofft wird. Dahingegen wünscht der Herzog
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