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Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
150
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150schluß sich befänden, hätten Ihro Excellenz eine Notturfft erachtet, die-selben Ihr. Chur=Fürstl. Durchlaucht der gebühr und umbständiglichzu eröffnen.Der Kurfürst replicirte darauf in einer weitläuftigen Deduction,daß er, in Betracht des so sehr beklagenswerthen jetzigen Zustandesder vom Krieg nun schon so lange heimgesuchten Deutschen Lande, aufAnregung mehrerer Fürsten und Stände das Friedenswerk in dieHand genommen und auch zur Zeit den Herrn Reichskanzler davonbenachrichtigt habe. Damals wäre ihm die Gelegenheit geboten wor-den, durch die That zu zeigen undein Document der gantzen Weltzu hinterlassen, daß Schweden keine andere Absicht gehabt, alsCon-servation des heyligen Reiches uhralter Verfassung, Grundgesetz, Exe-cutions= und anderer Ordnung, insonderheit aber wegen Erhaltung desalleinseligmachenden Wortes Gottes, wie es in den Prophetischen undApostolischen Schriften verfasset und in der Augsburgischen Confessionund anderen Scriptis symbolicis dieser Lande wiederholet und erkläretIn Betreff der Restitution der besetzten Orte habe er sich nur an dieLeges fundamentales und Constitutiones Imperii gehalten. Wegender Amnestie sei er noch im Werk begriffen u. s. w.Allmaaßen nunIhre Churfürstl. Durchlaucht der festen Hoffnung leben, es seyen demHerrn Reichscantzler nunmehr hierdurch die etwa gehabte Dubia gutenTheils eximirt, Also müssen S. Churf. Durchl. es bei der ihrenGesandten ohnlängst mitgegebenen Instruction nochmals allenthalbenbewenden lassen 38)Mit diesem Bescheide kehrten Brandenstein und Lohausen am1/16. August nach Magdeburg zum Reichskanzler zurück, während derRath Schwalenberg die Unterhandlungen noch fortsetzte, ohne indessenein günstiges Resultat zu erlangen. Der Punkt über die Räumungder besetzten Orte und über die den Schweden zu leistende Entschädigungwar das Haupthinderniß zu einer gütlichen Einigung.Inzwischen war der Kurfürst von Sachsen mit seiner ganzen Armee,an deren Spitze jetzt der schon früher aus Schwedischem Dienst zurück-getretene General Baudiß stand, aufgebrochen und vor Halle gerücktDort befehligte der Schwedische Oberst von Krockow; er räumte dieStadt, welche von den Sachsen besetzt wurde, hielt jedoch die Moritz-burg mit 60 Dragonern fest. Die Sachsen marschirten dann über Aken aufBarby, wo sie über die Elbe gingen. Die Schweden zogen sich überallzurück und concentrirten sich in und um Magdeburg, wo sich derGeneral Sperreuther mit seinen Regimentern mit ihnen vereinigte.Oxenstiern berief alle höheren Offiziere nach Magdeburg, wo sie sich