149uns, daß der Kurfürst von Sachsen, nachdem der Prager Friede definitivabgeschlossen war, auch Unterhandlungen mit den Schweden angeknüpfthatte. In den ersten Tagen des Juli war Oxenstierna nach Magdeburg zurückgekehrt und hatte dort den Feldmarschall Baner in großerVerlegenheit gefunden. Das Heer zählte zwar noch 26,000 Mann undwar in guter Verfassung, allein es waren kaum 2000 geborne Schwedendarunter; alle übrigen, sowohl Officiere als Soldaten, waren Deutsche,von denen man gewärtigen mußte, daß sie, aus Furcht vor dem Aus-schluß von dem Frieden im Falle des Ungehorsams gegen die Kaiser-lichen Abberufungs=Mandate, über kurz oder lang sich von Schwedenabwenden würden. Zugleich machte sich der Kurfürst von Sachsenbereit, seine Truppen zu concentriren, Brandenburg stand auf demPunkte, dem Prager Frieden beizutreten, Niedersachsen, die Hanse=Städtewaren schon beigetreten, und der Kurfürst von Sachsen hatte durch eineeigene Gesandtschaft die Schweden zur Räumung des Stiftes Magde-burg aufgefordert und ihnen angeboten, als Entschädigung „ein erträg-liches Stück Geld“ zu erwirken. Der Reichskanzler concentrirte deshalbdie disponibeln Streitkräfte an der Saale bei Münch=Nienburg, zwischenCalbe und Bernburg, in der Stärke von 15 Regimentern zu Fuß undzu Roß und wies den General Sperreuther an, die von der Armeedes Herzogs Georg abgetrennten 7 Regimenter bei Halberstadt zu ver-sammeln. So vorbereitet glaubte er nun die diplomatischen Verhand-lungen mit mehr Aussicht auf Erfolg weiterführen zu können.Am 1/11. August trafen die vom Reichskanzler abgesandten Herrenin Leipzig beim Kurfürsten ein. Es waren: Der Groß=Schatzmeisterder Krone Schweden, Graf von Brandenstein, ferner unser KriegsmannGeneral=Major von Lohausen, und endlich der Schwedische GeheimeRath Schwalenberg. Um 11 Uhr wurden sie auf das Schloß zurAudienz eingeführt und hielten nun ihren Vortrag, dessen Inhalt derHauptsache nach darin bestand, daß der Reichskanzler, unter Hinweisungauf die früher erfolgten Abmahnungen zur Schließung eines Separat-Friedens, sich bitter beschwert über den erfolgten Abschluß, ohne Schwedensauch nur zu gedenken, dessen Bündniß man doch früher so angelegent-lich gesucht habe. Jetzt solle nun Schweden, „dessen Blut und Spesenman genossen“, ohne weiteres die von seinen Truppen besetzten Orteherausgeben, und die vielen „vornehmen Cavaliere“, welche in denDienst der Krone Schweden getreten und in den Frieden nicht einge-schlossen wären, hätten für ihre „Ehr, Reputation, Leib, Leben, Haab,Güter, Gerechtigkeiten und Anwartungen“ durchaus keine Sicherheit.„Weil nun diese und dergleichen Fehler in dem communicirten Friedens-
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