148den gegen Oxenstiern und sagt u. A.: „Wie sehr uns nun solcheunverschuldete proceduren bey dero der Crone Schweden undt Evange-lische Chur=Fürsten undt Ständen des Reichß erwiesene getreuen Diensteundt darbei bishero durch Gottes gnade und verleihung auch unterunser graue Haar erhaltene Fürstl. ehr undt reputation zu Hertzentrete, das hat der Herr alß ein verständiger Cavalier selber zu ver-nünftigen. Ob dieses nun der rechte Weg, dem nohtleidenden Wesenzu helfen? Ob dieses das mittel, die durch gewaltsame gravirung undproceduren zur alteration gesetzte Fürsten undt Stände wieder herbei-zubringen? Ob auch dieses die Manier, getreue und wohlmeritirte undtaffectionirte Fürsten zu tractiren, das stellen wir zu des herrn reiffemnachsinnen, daß uns dieser tort und disrespect nun nicht ans Hertztreten sollte? das hat derselbe zu ermessen.“ Am Schlusse bemerkt derHerzog noch, daß er beabsichtige die sämmtlichen Fürsten des Nieder-sächsischen Kreises zusammenzuberufen, wovon er dann LohausenMittheilung machen wolle.Mittelst Schreibens vom 5. Juli ersuchte Lohausen, in der Sprachewahrer Freundschaft und Anhänglichkeit, den Herzog abermals, denConvent zu Nordhausen zu besuchen. Dieselbe Bitte wurde in einemBriefe vom 6. Juli wiederholt, mit dem Zusatze: „alles könne nochreparirt werden; Oxenstiern habe ihm eben erst gesagt: er erinnere sichgar nicht, daß er dem General=Major Sperreuther das Commandoüber die Armee des Herzogs Georg übertragen habe.“ Der Herzogbeantwortete beide Schreiben am 9. Juli und wiederholte seine Be-schwerden über das Benehmen des Reichskanzlers mit vieler Bitterkeit.Am Schlusse heißt es dann: „Will der Herr Reichs=Cantzler unsereaufrichtige beständige Liebe undt affection zu der designirten Königl.Würde undt seinem Vaterlande der Cron Schweden an uns noch pro-biren, so werden sie vorjetzt die Occasion haben: Wir ermahnen undterinnern nur, daß man uns und die anderen Fürsten undt Ständeinterim nicht weiter turbire undt uns an unser getreuen intention da-durch hindern, noch uns solche schwerer machen wolle. Wie wir dennvor den allwissenden Gott undt allen ehrlichen Cavallieren undt dergantzen Ehrbaren Welt contestiren, daß wir von unser von Anfangher geführten offenherzigen deutschen getreuen intention in keine wegeabgewichen“ 37)Kaum hatte Lohausen diese diplomatische Mission bei Herzog Georgvon Lüneburg beendet, ohne das vom Reichskanzler gewünschte ResultatFesthalten des Herzogs bei der Schwedischen Sache — zu erreichen,als er schon wieder zu neuen Aufträgen verwendet wurde. Wir erinnern
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