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Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
147
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147war, unabhängig sowohl von Kursachsen als von Schweden, eine eigenePartei in Deutschland zu bilden, weshalb er schwankte, sich für denPrager Frieden auszusprechen, und für seine Zwecke mit dem Kurfürstenvon Brandenburg und den Mecklenburger Herzogen eifrig correspondirte.Inzwischen hatten sich die Angelegenheiten Schwedens immer be-denklicher gestaltet. Weder auf dem Convent der Evangelischen Fürstenzu Frankfurt, noch auf einer späteren Versammlung zu Worms erreichteder Reichskanzler seinen Zweck, die Leitung des Krieges unbedingt inder Hand zu halten. Es hatte sich eine andere Macht hineingemischt,welche, mit Schweden zwar verbündet, dennoch den Einfluß desselbenauf die Deutschen Angelegenheiten mit mißtrauischem Auge betrachtete.Frankreich hatte überall durch seine gewandtesten Diplomaten für sichwirken lassen, wodurch der Reichskanzler sich genöthigt sah, sich persönlichnach Paris zu begeben, um die Beziehungen zu Frankreich zu ordnen.Von hier zurückgekehrt und von den Verhältnissen in Deutschlandnäher unterrichtet, war es sein Erstes gewesen, dem Herzog Georg denOberbefehl über das Schwedisch=Deutsche Heer in Niedersachsen zunehmen (10. Juni 1635) und denselben dem General=Major Sper-reuther anzuvertrauen. Der Herzog, über diese Zurücksetzung in hohemGrade beleidigt, äußerte sich darüber in einem Schreiben an Lohausenvom 1. Juli: „Ich bitte, der Herr Gen.=Mayor wolle doch den Hrn.Reichs=Canzler fragen, auß was ursache er mir unwissendt undt unge-hört den großen Schimpf gethan, undt mir meine Charge genommenundt dem leichten gesellen geben, welches ich nicht hette gehoffet fürmeine treuen Dienste eine solche Danksagung zu bekommen. Wenn ichdie ursache weiß, wil ich mich so verantworten, daß die ganze Weltmeine unschuld sehen soll; denn ich kann diesen schimpf nicht auf michsitzen lassen“36)Lohausen war nämlich in den letzten Tagen des Juni abermalsmit Aufträgen des Feldmarschalls Baner an den Herzog Georg entsendetworden, hatte jedoch denselben in Hildesheim unpäßlich gefunden. DerReichskanzler, der Herzog Wilhelm von Weimar und der LandgrafWilhelm von Hessen beabsichtigten eine Zusammenkunft zu Nordhausen.Lohausen sollte den Herzog Georg bereden, an dieser VersammlungTheil zu nehmen, deren angegebener Zweck darin bestehen sollte, sichüber die Mittel zu berathschlagen, wie ein guter Frieden zu erlangensei. Der Herzog hatte zwar eingewilligt, dieser Versammlung beizu-wohnen, wurde jedoch wieder schwankend und schrieb nun am 1. Juliden Brief an Lohausen, aus welchem wir die oben citirte Stelle ent-nommen haben. Das Schreiben enthält außerdem noch große Beschwer-10*