Druckschrift 
Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
146
Einzelbild herunterladen
 

146lieutenant Ilefeldt, verabfolgen, gegen Quittung und „Ausantwortungder vom herrn Reichs=Kantzler gegebenen Original-Assignation.“ Essind also wahrscheinlich rückständige Verpflegungsgelder für LohausensRegiment gewesen, als dessen Obristlieutenant wir den genannten Ile-feldt schon kennen gelernt haben 34)Trotz des angeführten „Mißverstandes“ setzte der FeldmarschallBaner doch auf Lohausen noch das Vertrauen, ihn zu einer Missionan den Herzog Georg von Braunschweig=Lüneburg zu verwenden, umdessen Gesinnungen in Beziehung auf den dem Herzoge in Folge desPirnaer Präliminar=Friedens vom Kaiser angetragenen Waffenstillstandkennen zu lernen. In den ersten Tagen des März begab sich deshalbLohausen nach Hildesheim, wo sich der Herzog befand. Unter dem12. März berichtet er von dort an Baner: „Herzog Georg gehe mitdem Gedanken schwanger, sich des Schwedischen Generalats zu entledi-gen, aber seine Stelle als commandirender General des NiedersächsischenKreises beabsichtige er beizubehalten. Er sei im Herzen der Annahmedes vorgeschlagenen Waffenstillstandes abgeneigt, beklage sich über dieüble Stimmung der Kreisstände und wünsche mit Baner eine münd-liche Conferenz zu haben. Soviel er, Lohausen, habe bemerken können,sei des Herzogs Plan, sobald die Witterung es erlaube, 3000 MannCavallerie und 4000 Mann Infanterie zusammen zu ziehen, um dieFestungen Neustadt am Rübenberge und Nienburg anzugreifen. DerHerzog sei auch im Falle der Noth nicht abgeneigt, Baner mit seinerganzen Armee zu unterstützen, wenn dieser für den Unterhalt derselbenSorge tragen wolle.“ Zum Schluß ertheilt Lohausen dem FeldmarschallIn der That erließden Rath, „den Herzog möglichst zu schonen.“Baner am 4. April ein sehr verbindliches Schreiben an den Her-zog, in welchem er ihn durch Anführung der für ihn daraus zu er-wartenden Vortheile und auch wegen seiner Pflicht, die protestantischeReligion zu vertheidigen, zu bewegen suchte, sich auf keinen Fall vonder Schwedischen Sache zu trennen 35).Diese Verhandlungen zwischen Bauer und dem Herzog Georg vonBraunschweig=Lüneburg setzten sich noch längere Zeit hindurch fort. Eswar den Schweden sehr darum zu thun, diesen General auf ihrer Seitezu behalten, um so mehr, da die Stände des Niedersächsischen Kreisessich immer mehr und mehr zum Anschluß an den Prager Frieden hin-neigten. Als nun der Kurfürst von Sachsen Aufforderungen an alleObersten und Officiere der Deutschen Regimenter zum Abfall von Schwe-den erließ und auch mit Herzog Georg in dringendere Unterhandlungentrat, wurde dieser den Schweden verdächtig. Sein eigentlicher Gedanke