145gewonnen, daß er auf einer Zusammenkunft zu Sandersleben*) denEinwendungen Baners das kühne Wort entgegnete: „Ihr Schweden,packt euch von des Reiches Boden, oder ich werde euch Beine machendurch welche zwar wenig diplomatische aber wohl verständliche Rede derFeldmarschall nicht wenig in Harnisch gerieth: seinen inneren Grimmverbeißend, zog er sein Heer aus Thüringen näher an Magdeburgheran. Daß er unter diesen Umständen wenig geneigt gewesen, aufVorschläge, wie Lohausen sie ihm vorlegen sollte, einzugehen, ist leicht zuermessen, zumal da er in unserem Kriegsmanne nicht einen Characterfand, mit dem er nach Belieben umspringen konnte. Der „Mißverstand“von dem Lohausen in seinem Antwortschreiben an den Herzog spricht,mag sich vielleicht schon seit dem März 1634 datiren lassen, wo Bauer,gegen Lohausens Willen, dessen Regiment aus Magdeburg abführte, alser sich bei Müncheberg mit Brandenburgischen Truppen vereinigte, umauf Frankfurt an der Oder zu ziehen 33)Mehrere Schreiben des Herzogs, aus den Monaten Februar undMärz, kommen immer wieder auf denselben Gegenstand zurück. DieSchweden hausten in Mecklenburg als Herrn und Meister; die Sol-dateska schien aller Disciplin los und ledig, und jeder Befehlshaber,vom höchsten bis zum niedrigsten, suchte durch Erpressungen und Raubsich schadlos zu halten für den unregelmäßig gezahlten Sold. „Wanneiner seinen Säckel gefüllt, zog er ab und an seiner Stelle erschien einanderer mit neuen Forderungen.“ Namentlich beziehen sich die Klagenauf die Errichtung eines neuen Regiments unter Oberst Oesterlingdessen 12 Compagnieen verschiedene Städte Mecklenburgs als Sammel-und Muster=Plätze angewiesen waren. Auch gewinnt diese Correspondenznoch dadurch an allgemeinem kriegsgeschichtlichem Interesse, daß derHerzog und Lohausen sich gegenseitig alle erhaltenen Nachrichten oder„Zeitungen“ mittheilen.Endlich ersehen wir daraus, daß Lohausen auch hier noch rück-ständige Forderungen hatte, worauf ihm die Herzoge unter dem 29.April 1635 die Summe von 4000 Rthlr. anweisen, welche die StadtRostock zu zahlen hätte. Die Einnehmer des Landes Sternberg sollendiese Summa an Lohausen oder an dessen Bevollmächtigten, Oberst-v. d. Decken, Georg von Braunschweig=Lüneburg II. 235, verlegt diesenAuftritt nach Sondershausen. Theatr. Europ. III. 337 spricht von einerZusammenkunft zu Sondersleben und Eisleben. Berthold (Geschichte desgroßen deutsch. Krieges, I. 224.) gibt Sandersleben an.
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