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Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
143
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143deutschen Fürsten erledigen möchte, namentlich durch Zugeständnissefester Punkte an der „Seekante“. Dies würde nun Mecklenburg ganzbesonders tangirt haben, da die Hafen von Wismar und Rostock denSchweden vorzugsweise günstig gelegen waren, und sie dieselben garzu gerne im Besitz gehalten hätten.Gehen wir nun näher auf die Specialitäten in dem Leben unseresKriegsmannes ein, so müssen die aus dem Jahre 1635 vorliegendenCorrespondenzen zwischen ihm und seinem hohen Gönner und anderenhervorragenden Persönlichkeiten uns dazu den erwünschten Stoff liefern.Unter dem 18. Januar 1635 ersucht der Herzog abermals umVermittelung bei Feldmarschall Baner, daß nicht so viele Truppen inMecklenburg untergebracht werden möchten. Der Herzog hatte deshalbauch direct an Bauer geschrieben; aber der Brief war dem Boten vonstreifenden Reitern abgenommen worden, weshalb er jetzt LohausenIn einem Schreiben vom 1. Februarzur Beförderung übergeben wird.kommt der Herzog auf den gleichen Gegenstand zurück, klagt über dieBedrückung des Landes und sagt: „Will man so mit EvangelischenFürsten und Ständen procediren, und die vires der armen Unter-thanen auf einmal consumiren, so kann kein Glück bei der Sache sein,und dem gemeinen Evangelischen Wesen keine Dienste mehr geschehen“.Vom 29. Januar liegt ein Brief Lohausens an den Geheim-Secretair des Herzogs, Simon Gabriel zur Nedden, vor, worin es sichzunächst um die Wahl eines Erziehers für den jungen Herzog handelt;„daß der von Marwitz gäntzlich abgezogen“ — schreibt Lohausen„und noch nit in pristinum statum restituirt, ist mir leidt, insonder-heit wegen der jungen Herrschafft, ob und wo man ein ander CapabileSubjectum dazu sucht, vorschlegt oder finden wirdt, bitte ich mich zuberichten. Zu Zelle habe ich einen von Kospoodt gesehen. Derselbeist verschrieben worden, hertzog Georgens Sohne hoffmeister zu sein,hatt es aber ex Verecundia (quod mihi placet) als noch zu jung nitannehmen wollen. Viel habe mit ihme ich nit conversiert. Wie ichmich aber bedünken lies, war die Person und Physognomie fein. Ichwüste sonsten noch wol einen excelierenden Freyherrn, derselbe aber istreformirter religion, et hoc vobis non quadrat“ u. s. w. Dann istvon seinen Schwedischen Rückständen die Rede, die sich auf 4600 Rthlr.belaufen; „interim consumiere ich all das meinige, daß ich wohl sagenmag, ich seye auffs trucken gesegelt. Gott verleihe Gnade, daß ichSeelig werde, Reich werde ich auf diese Weise nit.“ Ferner ist vonDömitz die Rede, wo der Reichskanzler sich unter den obwaltenden