142Franzosen ebenfalls siegreich gewesen, aber auf Kosten Deutschen Reichs-landes; denn die Franzosen nahmen Lothringen in Besitz und ließensich nicht wieder daraus vertreiben. In der Mark Brandenburg hatteGeneral Leslie im April Landsberg an der Warthe erobert; im Mainahm Feldmarschall Bauer Frankfurt an der Oder, der Kurfürst vonSachsen eroberte Bautzen wieder, und Arnim drang nach dem Siegebei Liegnitz in Böhmen ein. Den siegreichen Erfolgen des HerzogsBernhard von Sachsen=Weimar und des Feldmarschalls Horn in derOber=Pfalz machte im September die Schlacht bei Nördlingen einunvorhergesehenes Ende.Während dieser kriegerischen Ereignisse jedoch hatte der Kurfürstvon Sachsen nicht aufgehört, seine Bemühungen um den Frieden mitdem Kaiser fortzusetzen. Ferdinand II., der schließlich zu der Einsichtgekommen war, daß der Katholicismus nur zum endlichen Siege gelangenkönne, wenn die Fremden — Schweden und Franzosen — vom Deut-schen Boden entfernt sein würden, benutzte die Abneigung, welche sichnamentlich beim Kurfürsten von Sachsen und anderen Deutschen Fürstengegen diese Fremden immer mehr geltend machte, und nahm die dar-gebotene Friedenshand an. Die in Pirna schon im September eröff-neten Friedensverhandlungen kamen im November zum Abschluß; einWaffenstillstand war die nächste Folge. Nun begannen die Unterhand-lungen Kursachsens mit den anderen Deutschen Fürsten, und zu Pragwurde am 30. Mai 1635 der Prager Friede geschlossen, welcherdem Kriege eine ganz andere Wendung zu geben schien. Der Kurfürstvon Sachsen hatte seinen nächsten Zweck erreicht: das Stift Magdeburg erhielt sein zweiter Sohn, und die Lausitz, bis dahin im Pfand-besitz, wurde an Sachsen abgetreten. Für die allgemeinen Verhältnissewar der wichtigste Punkt dieses Friedens die Sistirung des Restitutions-Edikts von 1629, und dies war der wirksamste Köder für viele derDeutschen Reichsstände, um sie dem Frieden geneigt zu machen.Auch der Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg hatte sich eifrigdes Friedenswerkes angenommen und mit Lohausen vielfach darübercorrespondirt, der jedoch mit dem Auftreten des Kurfürsten von Sach-sen, welches er als eine zu große Geltendmachung der Partikular-Interessen betrachtete, durchaus nicht einverstanden war. Gleichzeitigtrat die Besorgniß auf, daß der Kurfürst, welcher auch mit dem Reichs-kanzler Oxenstiern unterhandelte, die sogenannte „Schwedische satis-faction“, d. h. die Entschädigung, welche die Schweden für die denEvangelischen geleistete Hilfe verlangten, auf Kosten der übrigen Nord-
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