139Blicke verfolgte, kurz eine Partei, welche wir nach den heutigen Be-griffen wohl die „nationale“ nennen dürften. Auf des Kaisers Seiteaber spielte Wallenstein sein gefährliches Doppelspiel, welches ihm stattder Krone von Böhmen und Mähren den Tod durch die Hand ge-dungener Mörder einbrachte.Der Hauptgegenstand der Verhandlungen zwischen Lohausen unddem Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg betraf die fortwährendenBedrückungen, welche das Land noch immer von den Schweden zuerleiden hatte durch die dort vorgenommenen Werbungen und Truppen-formationen. Doch zog der Herzog ihn auch in allen sonstigen Landes-angelegenheiten zu Rathe, ja selbst die Streitigkeiten mit seinem BruderHans Albrecht zu Güstrow werden darin erörtert. In einem vorlie-genden Briefe vom 5. Februar 1634 theilt der Herzog ihm in schönen,beweglichen Worten mit, daß am 3. Februar sein jüngstes TöchterchenJuliane und am darauf folgenden Tage „seine freundlich herzlich geliebteGemalin Anna Maria dem Herrn entschlafen sei“ 30).Nachdem es dem Reichskanzler Oxenstiern gelungen war, im Jahre1633 zu Heilbronn die evangelischen Stände des Fränkischen, Schwäbi-schen und Rheinischen Kreises durch einen Vertrag fester an Schwedenzu knüpfen und dadurch im südlichen Deutschland einen festeren Anhaltzu gewinnen, beabsichtigte er nun auch für das nördliche Deutschlandein Gleiches zu thun. Er ging deshalb zu einem Convent nach Halber-stadt, welcher, auf seine Veranlassung vom Herzog Friedrich Ulrich vonBraunschweig ausgeschrieben, auch im Monat Februar 1634 zusammen-trat. Es sollten sich dort die Stände des Niedersächsischen Kreises ver-sammeln, um wegen der Kriegslage zu berathen. Aber nicht alle Ein-geladenen waren erschienen, und namentlich nicht die Hanse=Städte.Herzog Georg und August von Braunschweig=Lüneburg, Fürst Ludwigvon Anhalt, Statthalter von Magdeburg und Halberstadt, erschienenin Person. Die Herzoge von Mecklenburg ließen sich durch ihre Ge-sandten Hartwig von Passow und Theodor Reinking vertreten. Aberneben diesen officiellen Gesandten hatte der Herzog Adolf Friedrich nochLohausen mit einer besonderen Mission betraut, in der Hoffnung, erwerde dort in dessen Angelegenheiten vortheilhaft wirken können. Nament-lich unterhandelte er mit dem Reichskanzler auch wegen der Fortificationvon Dömitz. Doch scheint Lohausen auch seine eigenen Angelegenheitennicht vergessen zu haben; denn hier in Halberstadt erhielt er, wahrschein-lich als Ersatz für seine rückständigen Forderungen an Schweden, dieBelehnung mit dem Stifte Cilly und dem Vorwerk Mölmeke für sichund eventuell für seinen Bruder, Ludolf von Calckum, genannt Lohausen,
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