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Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
138
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138falls eins der zuerst errichteten Schwedisch=Deutschen Regimenter, welchesjedoch 1634 zu der Armee des Herzogs Georg stieß und durch dasStralendorffsche Regiment ersetzt wurde.Mit gewohntem Diensteifer nahm unser Kriegsmann nun die mili-tärischen Angelegenheiten der ihm anvertrauten Stadt in die Hand. Erwird dort genug zu thun gefunden haben, da Magdeburg gleichsam derCentralpunkt aller militärischen Operationen war, wo die Linien nachSchlesien und Niedersachsen, nach Pommern und Franken sich kreuzten,und häufige Durchmärsche von Truppen stattfanden, welche sich nachder einen oder der anderen Seite des allgemeinen großen Kriegsschau-platzes begaben. Im October finden wir ihn in Wismar, um dort,wie wir gesehen, wegen seiner Vertretung und zugleich wegen seinerPrivat=Verhältnisse die nöthigen Anordnungen zu treffen. Vielleichtmochte ihn auch die zu dieser Zeit dort geschehene Ausschiffung von11,000 Mann aus Schweden eingetroffener Verstärkungstruppen nachWismar gerufen haben. Mit dem Herzog Adolf Friedrich trat er auchwieder in nähere Beziehung, und wir werden durch Mittheilung ein-zelner Briefe aus der vorliegenden großen Correspondenz erfahren,welches große Zutrauen der Herzog in ihn setzte.Werfen wir einen Blick auf die allgemeine Kriegslage, so sehenwir, daß der Krieg in Niedersachsen und Westfalen durch Herzog Georgvon Braunschweig=Lüneburg, in Schwaben, Bayern und bis in dieSchweiz hinein von dem Herzog Bernhard von Weimar und dem Feld-marschall Horn, am Oberrhein und im Elsaß durch den Rheingrafenmit Eifer und größtentheils auch mit Erfolg für die Schwedischen undverbündeten Waffen fortgeführt wurde. Nur in Schlesien war gewisser-maßen ein Stillstand, da der Kurfürst von Sachsen immer daran arbei-tete, seinen Frieden mit dem Kaiser zu machen, wobei die Erlangungder Stifte Magdeburg und Halberstadt, sowie die Annexion der Ober-lausitz ihm vielleicht näher am Herzen liegen mochte, als die eigentlicheFrage der Religion oder des „Evangelischen Wesens,“ unter welcherallgemeinen Benennung man damals die einzelnen Streitpunkte zusam-menfaßte. Auch der König Christian IV. von Dänemark bemühte sichfür den Frieden; seine Motive wurzelten aber in der Besorgniß vorder wachsenden Macht der Schweden und in der Furcht vor dem Ver-lust der Stifte Bremen und Verden, die er seinem zweiten SohneFriedrich zuwenden wollte. Es kann jedoch nicht in Abrede gestelltwerden, daß sich in Deutschland und selbst im Schwedisch=DeutschenHeere eine Partei gebildet hatte und immer mehr zunahm, welche dieUebergriffe der Schwedischen Generale mit wachsamem und mißtrauischem