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Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
131
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131Heeresabtheilung hoffte die Hand bieten zu können. Zur Sicherungder linken Flanke auf diesem Marsche wurde eine Abtheilung entsendet,welche das vom Feinde noch besetzte Cronach einschließen sollte. Eineandere Abtheilung nahm am 13. März Weißmain nach tapferer Gegen-wehr. Aber auch der Plan auf Regensburg mußte wieder aufgegebenwerden, obgleich ein Agent des Herzogs dort schon Verbindungen ange-knüpft hatte. Der Feind war aufmerksam geworden, hatte schnell eineVerstärkung von 1000 Mann nach Regensburg geworfen und sammelteunter dem Schutze dieses Platzes in der Nähe desselben neugeworbeneRegimenter. Dessenungeachtet würde der Herzog vielleicht einen Hand-streich auf Regensburg versucht haben, wenn nicht ein Befehl Oxenstiernsihn zur Unterstützung des Feldmarschalls Horn an die Donau gerufenhätte, wo der General Aldringer, durch frische Truppen verstärkt, demEindringen der Schweden in Bayern Schranken zu setzen versuchte.Zuvörderst sollte nun General Uslar die Stadt Weißenburg mitLebensmitteln versehen, um daselbst einen Stützpunkt auf dem Wegevon Nürnberg nach der Donau zu etabliren; dann wurde Bambergdurch eine starke Besatzung gehörig gesichert, und demnächst am 16. Märzder Marsch auf Nürnberg angetreten. Drei Tage wurde hier gerastetund in Verbindung mit dem Rath und der Bürgerschaft das Nöthigeangeordnet, um auch diesen wichtigen Platz gegen alle Eventualitätenzu sichern. Mit 3000 Reitern zog General Uslar voraus gen Weißen-burg, wohl ausgerüstet mit Kriegsbedarf und Lebensmitteln für denprojectirten Depotplatz. Herzog Bernhard folgte; am 21. März erreichteer Ansbach, von wo aus er die Städte an der Altmühl anzugreifenbeschloß, welche ihm auf seiner Operationslinie nach der oberen Donauim Wege lagen.Während der Herzog selbst auf Herrieden marschirte, wurde Lohausenmit mehreren Regimentern auf Eschenbach dirigirt und lag am 22. Mär,vor der Stadt, welche als einzige Besatzung nur einen Lieutenant mitetwa 15 Mann neugeworbenen Volkes hatte. Dessen ungeachtet ver-weigerten die Bürger die Uebergabe, als Lohausen sie dazu auffordernließ, und beschlossen sich zu wehren. Am 23. März mit Tagesanbruchwurden deshalb einige Geschütze aufgefahren und das Feuer gegen dieMauer eröffnet. Als aber in kurzer Frist eine Bresche geschossen war,„schrieen die Bürger alsbald um accord heraus, woran aber die Sol-daten sich wenig gekehret, und ohne empfangene ordre angefallen, auch,indem die Bürger aus Bestürtzung das Gewehr schon niedergelegt ge-habt, sowohl durch die breche als auch über das eine Thor hineingestiegen und zu plündern angefangen. Welches Lohausen, weil es ohne9*