Druckschrift 
Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
132
Einzelbild herunterladen
 

132ordre geschehen, nicht zugeben wollen, und daher alsbald selbst persön-lich durch ein geöffnetes Thor hereinkommen, nicht allein dem bevor-stehenden Blutvergießen, sondern auch dem Plündern soviel als möglichgesteuert“ 18). Wiederum finden wir also unseren Kriegsmann bemüht,die Zügel der Disciplin mit starker Hand festzuhalten und die unver-meidlichen Greuel des Krieges nach Kräften zu mildern. Herzog Bern-hard nahm am gleichen Tage Herrieden mit Sturm, da die Stadt sichauf zweimalige Aufforderung nicht ergeben hatte und nun ihre Hart-näckigkeit schwer büßen mußte.Hier an der Altmühl fand wiederum ein Zusammenstoß mit demunermüdlichen und unternehmenden Johann von Werth statt, der mit2000 Reitern den 15 Meilen weiten Weg von Amberg bis Altenriedin 48 Stunden zurückgelegt hatte. Er stürzte sich sogleich auf dieCavallerie des Herzogs Bernhard, warf dieselbe und überschritt dieAltmühl. Schon glaubte er den Sieg gewonnen, als der Herzog undLohausen mit dem Fußvolk herankamen und die Werthschen Reiter überdie Altmühl zurücktrieben, welche nach Verlust von 400 Pferden undvielen Todten und Gefangenen in dem befestigten Ohrnbau theil-weise einen Zufluchtsort fanden. Nur der Einbruch der Nacht rettetesie vor größeren Verlusten. Den 24. März ließ Herzog Bernharddurch die Weimarschen Musketiere Ohrnbau im Angesicht des Feindeserstürmen, während eine andere Abtheilung über die Altmühl setzte undden wieder gesammelten Feind angriff. Noch zweimal faßte Johannvon Werth wieder festen Fuß; allein das ungestüme Andrängen derWeimarschen warf ihn zurück, und er mußte das Feld räumen. Füruns ist es noch von besonderem Interesse, daß hier im fernen Bayer-lande die beiden Rheinischen Landsleute, Johann von Werth undLohausen, sich einander gegenüber standen, der Eine für den Kaiser unddie Liga, der Andere im Dienste Schwedens für die Vertheidigungdes Protestantismus die Waffen führend.Inzwischen hatten die Bayern Rain erobert, unweit des Einflussesdes Lech in die Donau, und damit diesen wichtigen Paß in ihre Ge-walt bekommen. General Aldringer erwartete außerdem bedeutendenZuzug aus Böhmen. Dadurch wurde die Heeresabtheilung des Feld-marschalls Horn, welche bis in die Nähe von Augsburg vorgedrungenwar, nicht wenig gefährdet, zumal wenn es dem Feinde gelang, sichzwischen dieses Corps und dasjenige des Herzogs einzuschieben unddadurch die Vereinigung derselben zu verhindern. Die wiederholtendringenden Bitten Horns um Unterstützung konnte Herzog Bernhardum so weniger unbeachtet lassen, als die ursprüngliche Bestimmung