130saß, und versprengte dessen 200 Reiter, die mit Mühe noch zu Pferdekommen konnten. Diese brachten die Nachricht zum Hauptquartier, woauf den ersten Allarm sich die Regimenter schnell gesammelt hatten undden Feind erwarteten. Jan de Werth, durch die feste Haltung derselbenstutzig gemacht, gieng eben so rasch zurück, als er gekommen war; aberauch Bulach kehrte eiligst nach Bamberg zurück, da er besorgte, vondem unter Lohausen dort gebliebenen Fußvolk abgeschnitten zu werden.In Bamberg war es Herzog Bernhards erste Sorge, seine Regi-menter zu Fuß und zu Roß zu mustern. Dann entsendete er Lohausenmit mehreren derselben nach Höchstädt an der Aisch, 3 Meilen südlichvon Bamberg. Der Commandant von Höchstädt, zur Uebergabe auf-gefordert, ertheilte abschlägigen Bescheid. Da ließ Lohausen die Geschützeaufpflanzen und Bresche schießen. Am 27. Februar, nachdem HerzogBernhard selbst herbeigekommen, wurde angestürmt und die Stadt nachheftigem Widerstand der Besatzung mit Sturm genommen. Mit nichtzu zügelnder Wuth stachen die der Zucht ledigen Söldner Alles nieder,was bewaffnet war, und zündeten zuletzt die geplünderte Stadt an.Herzog Bernhard zeigte sich hierüber um so mehr unzufrieden, da auchein dort aufgehäufter großer Vorrath von Lebensmitteln ein Raub derFlammen wurde. Der Commandant mußte seine Weigerung der Ueber-gabe mit dem Leben büßen; er wurde aufgehängtEs lag nun in der Absicht des Herzogs Bernhard, die Stadt Forch-heim einzunehmen, um durch diesen auf der Hälfte des Weges zwischenBamberg und Nürnberg gelegenen festen Platz die Verbindung mitletzterem, sehr wichtigen Orte zu sichern. Der Plan scheiterte jedoch ander Weigerung Nürnbergs, das Heer mit Geld und auch mit Belage-rungs=Geschütz zu unterstützen, da eine Recognoscirung der Werke vonForchheim ergeben hatte, daß dieselben zu stark waren, um mit demvorhandenen Geschütz bezwungen werden zu können. Es wurde deshalbein neuer Operations=Plan entworfen, nach welchem der Weg überAuerbach nach Regensburg eingeschlagen werden sollte, von wo ausder Herzog der voraussichtlich auf Böhmen operirenden KursächsischenRöse in Herzog Bernhard von Weimar, I. p. 370, Anm. 85, führt an,daß der Herzog bei diesem Sturme nicht zugegen gewesen, sondern inBamberg zurückgeblieben sei, während Chemnitz in seinem Deutschen KriegII. p. 39 ausdrücklich angibt, daß Lohausen habe Brèsche schießen und erstnachdem Herzog Bernhard selbst hinzugekommen sei, anstür-men lassen. Wie wir unsern Kriegsmann kennen gelernt, dürfen wir ihmdie bei diesem Sturm begangenen Grausamkeiten nicht zur Last legen.
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