129er ersehen könne, daß die Truppen nur von ihm und von dem Reichs-kanzler abhingen 17)Ehe noch Herzog Wilhelm diese Antwort erhalten hatte, befahl erschon am 30. Januar dem General Grafen von Brandenstein, sich mit2200 Mann in Bewegung zu setzen, um sich der Stadt Eltmann undder dort befindlichen Brücken über den Main zu bemächtigen und als-dann zu dem Corps in Franken zu stoßen. Zugleich brachte Branden-stein ein Patent mit, welches alle Obersten und Truppenbefehlshaberdes Fränkischen Heeres anwies, sich unter seine Befehle zu stellen. AberBulach und Lohausen waren diesem Plane schon zuvorgekommen; dennauf den Befehl Herzogs Bernhard aus Weimar den 27. Januar hatteLohausen am 2. Februar von Bamberg aus das 2½ Meilen entfernteEltmann berannt und, nachdem der Commandant die erste Aufforderung zur Uebergabe abgewiesen, am folgenden Tage sich jedoch einesBesseren besonnen hatte, am 3, Februar mit Capitulation genommen.Als Herzog Wilhelm davon Kunde erhielt, fühlte er sich so beleidigt,daß er dem General Brandenstein Befehl ertheilte, bis auf weitereOrdre in den innehabenden Quartieren stehen zu bleiben und aufkeines Anderen Befehl fortzurücken. Es geschah dies zum größtenNachtheil der Operationen in Franken, wo das Corps eine Verstärkungsehr wohl hätte gebrauchen können.Herzog Bernhard hatte sich unterdessen zu Oxenstiern nach Würz-burg begeben, um die Zwistigkeiten wegen des Oberbefehls endlich zuerledigen. Er erreichte seinen Zweck, da der Reichskanzler ihm dasCommando zutheilte, jedoch nur in so weit es sich vor der Entschließungder damals auf dem Convente zu Heilbronn zur Ordnung des Kriegs-wesens versammelten Oberdeutschen Evangelischen Reichsstände bestimmenlasse. Hierdurch vorläufig zufrieden gestellt eilte Herzog Bernhard nachBamberg, um den übeln Folgen eines Unfalls vorzubeugen, der einenTheil seiner Reiterei getroffen hatte.General Bulach war nämlich mit seinen Reitern am 19. Februarvon Bamberg aufgebrochen, um eine Expedition nach der Ober=Pfalzzu machen und sich dort festzusetzen. Mit dem Gros seines Corpswar er bis Ebermannstadt, 3½ Meilen von Bamberg, gelangt undrastete dort, während der Oberst Ehm mit der Avantgarde voraus-geeilt war und bis Auerbach, fünf Meilen von Ebermannstadt, streifte.Da machte Johann von Werth einen seiner kühnen Reiterzüge, überfielam 25. Februar bei Tagesanbruch die Quartiere der BulachschenReiterei zu Pretzfeld an der Wiesent, ½ Meile von Ebermannstadt,hob den dort commandirenden Officier auf, der gerade beim Frühstück
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