128wissen anders nit darin zu thuen, als daß wier sie in Schutz nehmen# 14)bis auf Ew. Fürstl. Gnaden oder herrn Reichskantzlers verordnung 2c.In und um Bamberg bezog nun das Corps die Winterquartiere,und zwar in so weitläuftigen Cantonirungen, daß der Herzog Bern-hard darüber sein Mißfallen aussprach, weil die rasche Zusammenziehungbei einem etwaigen plötzlichen Angriff des Feindes sehr erschwert werde.Daß unser Kriegsmann ebenfalls diesen militärisch so richtigen Gedankenhatte, ersehen wir aus seinem Entschuldigungs=Schreiben an den Herzogd. d. Bamberg, den 4. Februar 1633. „Der General=Quartiermeisterkann es bezeugen, daß ich nichts mehr alß die enge zusammbquartierungesuchet und stetiges geprediget, daß in kriegs=actionibus erstlichen aufdie Sicherheit, hernach auf die Bequemlichkeit gesehen werden müsse,es sei aber durch diese „maxima ein solcher unwille und anlauffen derSoldatesqua entstanden, welche über mangel an vivres undt fouragiebei den engen Quartieren geklagt“, daß er habe nachgeben müssen 15)Hier in Bamberg war es auch, wo die Eifersucht zwischen denHerzogen Wilhelm und Bernhard von Weimar zunächst zum Ausbruchkam. Schon unter dem 21. Januar hatte Herzog Wilhelm, der mitseinem Corps bei Erfurt stand, von den Generalen Lohausen und Bulacheinen genauen Rapport über die Stärke und Beschaffenheit ihrer Regi-menter verlangt, sowie fortlaufenden Bericht über ihre Operationen.Er glaubte dadurch seine vermeinte Autorität als Ober=Befehlshabersicher stellen zu müssen. Beide Generale wurden dadurch in nicht geringeVerlegenheit gesetzt, da sie von dem Herzog Bernhard ausdrücklicheWeisung hatten, nur seinen Befehlen zu gehorchen. Doch wollten sieauch dem Herzog Wilhelm nicht geradezu vor den Kopf stoßen undentschuldigten sich deshalb in einem gemeinschaftlichen Schreiben damit,daß sie directe Berichte bei der großen Unsicherheit der Wege nichtwohl abschicken könnten. Diesem Schreiben fügt Lohausen wieder eineigenhändiges Postscript hinzu, worin er sagt: „Wier bitten nachmalengantz unterthänig, Ew. Fürstl. Gnd. wollen nit für übel undt inungnaden nit aufnehmen, daß wier deroselben nit alßo in völligerUnterthänigkeit nit parieret. Ursachen sein, so uns darzu veranlasset,erste, die im Brief erwähnte; 2) Meinung, daß Ew. Fürstl. Gnd. mitDero Herrn Bruder in Weymar beisammen. 3) Abwesen= undt zuWeymar Anwesenheit des General=Commissarius Heusner. 4) aller-handt undt mänge anderer geschäffte. Ew. Fürstl Gnd. seyen ver-sichert, daß bei Dero herrn Brudern es allzumal außführlich zu finden" 16)Herzog Bernhard theilte denn auch nach einigem Zögern unter dem 7.Februar seinem Bruder die Berichte über sein Corps mit, aus welchen
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