119Sachsen ins Werk gesetzt werden konnte. Dann zog der HilferufMaximilians von Bayern den Friedländer dorthin, wo Gustav Adolfnach siegreichem Uebergang über den Lech (5. April), und nach demTode des 73jährigen Tilly (20. April), in Augsburg (24. April) undMünchen (17. Mai) eingezogen war.Eilf Wochen lang standen Gustav Adolf und Wallenstein beiNürnberg sich einander gegenüber. Vergebens hatte der König ver-sucht, am 4. September die Wallensteinsche Stellung zu durchbrechen;er zog am 18. September tiefer ins Land, in der Hoffnung, Wallen-stein nach sich zu ziehen. Dieser aber wendete sich nordwärts; denndorthin waren seine Blicke gerichtet, da er den Gedanken nicht aufge-geben hatte, sein Herzogthum Mecklenburg wieder zu erlangen. Zunächstwar der Kurfürst von Sachsen bedroht, und seine Bedrängniß veran-laßte Gustav Adolf, dem Friedländer zu folgen, nachdem er demHerzog Georg von Braunschweig=Lüneburg von Ingolstadt aus denBefehl zugeschickt hatte, sich mit seinen Truppen ihm anzuschließen,ein Befehl, den der Herzog ignorirte. Auch jetzt lagen diesem seineFamilieninteressen näher, als die strategischen Pläne Gustav Adolfs.Schon seit längerer Zeit hatte er mit dem Kurfürsten von SachsenVerhandlungen angeknüpft und war auf Halberstadt gezogen, um aufdiesem Wege den Sachsen die Hand bieten zu können.Wir haben unsern Kriegsmann verlassen, als er sich, einem ver-mutheten Angriffe Pappenheims ausweichend, in den Harz geworfenhatte. Baudiß war auch von Münden wieder abgezogen und die Ver-Aber ein neuer Befehleinigung beider Corps hatte stattgefunden.Gustav Adolfs dirigirte den General Baudiß nach Westfalen und demGeorg anſchloß, da erRheine, während Lohausen sich dem Herzognur ungern unter den Befehl des jüngeren Generals getreten wäre,der noch dazu von der Führung der Infanterie wenig Kenntniß hatte,als Reiterführer jedoch ausgezeichnet war*). Ob bei diesem Anschlußauch die von Lohausen befehligten sieben Regimenter zum Herzoggestoßen, oder ob Lohausen nur für seine Person, etwa in der Functioneines Chef des Generalstabes nach heutigen Begriffen, bei demselbenblieb, müssen wir dahin gestellt sein lassen. Letztere Annahme ist diewahrscheinlichste, da eine Nachweisung der Regimenter vorliegt, welche*) Puffendorf (Commentar. de rebus Succicis. lib. IV, p. 76) führt an, daßschon über die Besetzung des Gouvernements von Wismar zwischen Baudißund Lohausen Neid geherrscht habe: „qui et tacitam animo indignationemcelebat, quod de Vismariae praefectura in ipsum conferenda dubitatum est.“
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