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Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
118
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118allein ganz sehr verrücket, sondern er hat auch seinen vortzug nothwendigeinstellen und bedacht seyn müssen, wie er den Hartz suchen, zur handtnehmen, undt also nacher Goslar retiriren möchtNehmen wir die Karte zur Hand und ziehen uns die Marschlinievon Seesen nach Höxter, so würde Lohausen bei Fortsetzung des Mar-sches unfehlbar auf das vordringende Pappenheimsche Corps gestoßenund durch dessen Ueberlegenheit zersprengt worden sein, zumal derGeneral Gronsfeld mit einer starken Reiterschaar bereits in seinerrechten Flanke stand und Lohausen über gar keine Reiterei gebietenkonnte, außer einer Abtheilung Dragoner, welche nach damaligen Be-griffen nicht zur eigentlichen Reiterei gezählt wurden. Zudem war esdie Aufgabe, sich mit dem General Baudiß zu vereinigen, der nachMünden zurückgewichen war. Die kürzeste Linie von Seesen nachMünden führte aber über den Harz, da vorausgesetzt werden mußte,daß Pappenheim die Straße über Nordheim ebenfalls verlegt habenwerde. Lohausen operirte also ganz richtig, und der Fehler, den erbeging, bestand nur darin, daß er dem Herzog keine Meldung vonseiner ausweichenden Bewegung und von dem Rückzuge des GeneralsBaudiß auf Münden hatte zukommen lassen. Georg war daher nichtwenig überrascht, als er sich plötzlich vor Wolfenbüttel angegriffen sahund am 25. September die Blokade aufheben mußte. Er zog sich zu-nächst nach Gifhorn zurück und faßte dann den Plan, auf Umwegennach Halberstadt zu gehen. Was er damit bezweckte, wird uns nureine kurze Uebersicht der allgemeinen Kriegslage zu dieser Zeit verständ-lich machen können.In Franken, in Bayern und am Rhein hatten die SchwedischenWaffen große Erfolge erkämpft. Der Kurfürst von Sachsen hatteBöhmen erobert und der Kaiser befand sich in größter Bedrängniß, daauch Maximilian von Bayern, als Haupt der Liga, nicht übele Lustzeigte, durch ein Bündniß mit Frankreich sich die Neutralität und dieErhaltung seiner Erblande zu sichern. Mehr als je bedauerteFerdinand, daß er zu Regensburg seinen besten General, Wallenstein,hatte fallen lassen. Jetzt, im April 1632, kamen die schon seit Ende1631 mit Wallenstein angeknüpften Verhandlungen zum Abschluß:er wurde wieder Generalissimus der Kaiserlichen Heere. Spanische undPäpstliche Subsidiengelder, ausgeschriebene Contributionen und desFriedländers gesammelte Schätze gaben die Mittel zur Werbung desKriegsvolks. Von allen Seiten strömten die Söldner „der allbekanntenHoffnungsfahne zu“. Schon im März waren 30,000 Mann zusammenunter tüchtigen Generalen, so daß die Befreiung Böhmens von den